Apple stampft angeblich internes Gesundheitsprojekt ein

Mit "HealthHabit" testete der Konzern eine neuartige App direkt bei seinen Mitarbeitern – inklusive Ärztezugang. Doch das Projekt ist offenbar gescheitert.

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(Bild: Apple)

Von
  • Ben Schwan

Apple hat ein Vorhaben, das neuartige Gesundheitsservices des Konzerns an Mitarbeitern testen sollte, offenbar zurückgefahren – und mehr als 50 Angestellte entweder entlassen oder auf andere Projekte verteilt. Wie das Wirtschaftsblog BusinessInsider schreibt, bestand der Versuch namens "HealthHabit" aus einer nur für Apple-Mitarbeiter zugelassenen App, die deutlich weiterging als die allgemein zugängliche Gesundheitsanwendung Apple Health, die Teil von iOS ist.

So konnte man mit "HealthHabit" unter anderem Bluthochdruck im Auge behalten, Krankheitsereignisse notieren und über die Fitness-App hinausgehende sportliche Ziele definieren. HealthHabit bot zudem eine direkte Anbindung an einen Gesundheitsversorger, mit dem der Konzern kooperiert, die AC-Wellness-Group. So konnte man über HealthHabit offenbar auch direkt mit Ärzten in Kontakt treten.

Apple wollte mit HealthHabit offenbar Daten gewinnen, um eines Tages eigene Gesundheitsdienste für die Öffentlichkeit anbieten zu können. Das Projekt war bei Apple Health angesiedelt, wo der Konzern neben Forschern, Ingenieuren und Designern seit Jahren auch Ärzte beschäftigt. Dort sind auch die Health-Funktionen der Apple Watch angesiedelt.

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Im Sommer hatte eine US-Zeitung geschrieben, dass Apple gar einen "Apple Doctors"-Abodienst geplant habe – einen Ärzteservice als In-App-Kauf. Das von Stanford-Wissenschaftlern vorangetriebene Vorhaben sei aber ebenfalls zunächst gescheitert. Ob HealthHabit komplett gestrichen wird, blieb zunächst unklar. Laut BusinessInsider könnte das Projekt auch in kleinerem Rahmen weitergeführt werden. Allerdings zeigt die Umdisponierung der zugeteilten Mitarbeiter, dass Apple das Projekt für weniger wichtig hält – die Anzahl der Angestellten, die zuvor an HealthHabit arbeiteten, zeigten hingegen die Wichtigkeit des Vorhabens.

Apple sieht im Gesundheitsbereich ein wichtiges neues Geschäftsfeld. Dieses wurde zunächst mit dem iPhone bearbeitet, das etwa seit Jahren Fitness-Faktoren tracken kann. Später kam ab 2015 die Apple Watch hinzu, Apples laut eigenen Angaben "persönlichstes Produkt". Die Uhr erhielt über die Jahre immer neue Sensoren und Trackingsysteme – zuletzt ein Monitoring des Blutsauerstoffgehalts. Künftig sind auch Blutzuckermonitoring und Blutdruckmessung geplant.

Der Konzern betreibt zudem eine eigene Forschungsplattform samt API, die von Wissenschaftlern verwendet werden kann. Zuletzt hatten einige von ihnen allerdings die wechselnde Datenqualität kritisiert, die über Apples Software angeliefert wird. (bsc)