Apples Ökoanforderungen stressen angeblich die Lieferkette

Die iPhone-Firma will nachhaltige Produktion und Nutzung von Recycling-Materialien. Zudem soll die Supply Chain bald CO2-neutral sein. Das sorgt für Probleme.

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Solaranlage von Apple

Eine von Apple-Lieferanten genutzte Solaranlage in China.

(Bild: Apple)

Von
  • Ben Schwan

Apples lange Lieferkette in Asien klagt zunehmend über Probleme, die Anforderungen an Umwelt- und Klimaschutz zu erfüllen, die der Konzern von seinen Auftragsfertigern verlangt. Dabei werden die Vorgaben zum Teil von einer Firma zur nächsten durchgereicht, was wiederum den Druck auch auf kleinere Unternehmen erhöht. Das berichtet das in Taipei erscheinende Elektronikfachblatt DigiTimes.

Als Beispiel nennt das Medium Apples wohl wichtigsten Zulieferer, den Chipfertiger TSMC, bei dem mittlerweile alle SoCs für iPhone, iPad, Mac & Co. entstehen. Dieser versucht, sich Apples Ziel anzunähern, bis 2030 in seiner Supply Chain vollständig CO₂-neutral zu werden. Es soll also keinerlei Klimagas mehr ausgestoßen werden, das nicht kompensiert werden kann.

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Bei TSMC sei der Fortschritt bislang allerdings nur langsam, das Management habe daher nun angefangen, stärker durchzugreifen, heißt es in dem Bericht. Dabei kämpft es mit hohen Kosten, etwa beim Erwerb von grüner Energie. Lieferanten von TSMC selbst müssen ebenfalls ran: Mehrere 100 Firmen allein in Taiwan hängen von TSMC-Aufträgen ab. Jede einzelne von ihnen soll auf Ökostrom umsteigen. TSMC will zudem seinen Energieverbrauch konzernweit um 20 Prozent senken, auch um Apples Klimaziele bis 2030 schneller zu erreichen. Beteiligen sich die Lieferanten nicht, könnten diese Bestellungen verlieren. Dazu soll es Audits geben, ob die Prozesse "grün genug" sind.

Laut DigiTimes entsteht dadurch ein Dominoeffekt. Die Lieferanten von TSMC machen wiederum Druck auf ihre eigenen Lieferanten. Teilweise helfe TSMC dabei, die Prozesse grüner zu machen, teilweise werden externe Berater und Organisationen beschäftigt. Klar scheint zu sein, dass dadurch die Produktionskosten steigen. Schon zuvor gab es hier Inflationsängste – auch aufgrund der Corona- und damit verbundenen Chipkrise. Zudem fürchtet TSMC laut Börsenoffenlegung die Erhöhung der CO₂-Bepreisung. Die Erreichung der Ökoziele sei eines der "großen Risiken" für die Zukunft des Unternehmens, hieß es. (bsc)