Bericht: China testet nuklearfähige Hyperschallrakete

Eine chinesische Hyperschallrakete soll im August einmal um die Erde gekreist sein. Das Ziel wurde aber deutlich verfehlt.

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Rakete beim Start
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  • Frank Schräer

China soll im August eine atomwaffenfähige Hyperschallrakete getestet haben. Das berichtet die Financial Times unter Berufung auf fünf anonyme Quellen. Demnach sei die Rakete bei niedriger Umlaufbahn einmal um den Globus gekreist, ehe sie das anvisierte Ziel um rund 39 Kilometer verfehlt habe.

Laut der Financial Times soll der Test belegen, dass Chinas Militär mit seinem Hyperschallwaffenprogramm bereits weit fortgeschrittener ist, als US-Geheimdienste bisher angenommen hatten. Hyperschallwaffen sind besonders schwer abzufangen, da sie mehr als die fünffache Schallgeschwindigkeit erreichen können, etwa 6200 Kilometer pro Stunde. Das ist langsamer als ballistische Raketen, aber eine Hyperschallrakete folgt bei ihrer Flugbahn keiner Wurfparabel und ist manövrierfähig. Raketenabwehrsysteme sind daher nicht in der Lage, sie zu stoppen.

Derzeit arbeiten sowohl die Vereinigten Staaten als auch Russland an Hyperschallraketen. Auch Nordkorea hat im September nach eigenem Bekunden eine Hyperschallrakete getestet. Das chinesische Verteidigungsministerium in Peking äußerte sich zu dem Medienbericht zunächst nicht, hat aber eine als DF-17 bezeichnete Hyperschallrakete bereits 2019 bei einer Militärparade gezeigt, wie Reuters anmerkt.

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Experten halten die Wirksamkeit dieser Hyperschallwaffen jedoch für überschätzt. Nach ihrer Ansicht ließen sich meisten der angedachten Missionen günstiger und mit weniger technischem Risiko durch modifizierte Interkontinentalraketen erreichen. Auch atomare Interkontinentalraketen ließen sich nicht so einfach abwehren. Deshalb könne man Hyperschallwaffen nicht als Wendepunkt in der Kriegsführung bezeichnen. Trotzdem habe das neue Wettrüsten bereits begonnen. (mit Material der dpa) /

(fds)