Beschwerde-Rat: Facebooks Oversight Board nimmt die Arbeit auf

Wer meint, dass sein Beitrag unrechtmäßig bei Facebook gelöscht wurde, kann sich nun an das Oversight Board wenden.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 5 Beiträge

(Bild: dolphfyn/Shutterstock.com)

Von
  • Eva-Maria Weiß

Zwei Jahre nach Ankündigung nimmt das Oversight Board nun seine Arbeit auf. Unabhängige Experten sollen bei Beschwerden einschreiten, wenn Beiträge auf Facebook und Instagram gelöscht wurden. Ihre Entscheidung ist dann für das soziale Netzwerk bindend.

Drei Milliarden Menschen sind bei Facebook angemeldet. Sie sollen in den kommenden Wochen Zugang zu dem Beschwerde-Rat bekommen, schreibt Facebook in einem Blogbeitrag. Im Zweifel kann auch das soziale Netzwerk selbst Fälle weitergeben. Die Board-Mitglieder entscheiden dann, um welche Angelegenheiten sie sich kümmern – basierend auf festgelegten Kriterien. Die ersten 20 Mitglieder hat Facebook in diesem Sommer vorgestellt. Seither sollen sie eine Reihe an Schulungen durchlaufen und die Organisation samt Abläufen und Strukturen aufgebaut haben.

Schreitet Facebook nun ein, weil ein Beitrag als nicht den Richtlinien entsprechend gesperrt wird, bekommt der Beitragsersteller einen Hinweis darauf und eine ID. Mit dieser kann er dann auf der Webseite des Oversight Boards eine Beschwerde formulieren beziehungsweise sich und den Hintergrund des Beitrags erklären.

Zunächst können nur Fälle eingereicht werden, bei denen die Facebook-Moderatoren Beiträge gelöscht haben. Das soll jedoch künftig um alle Formen von Beiträgen erweitert werden. Die ersten Streitfälle sollen in den kommenden Wochen angeschaut werden. Entscheidungen der Mitglieder muss Facebook innerhalb von 90 Tagen umsetzen. Noch dauert es also doch wieder, bis erste tatsächliche Ergebnisse stehen.

Reicht Facebook selbst Beiträge weiter, bei denen nicht klar ist, ob sie Bestand haben sollten, bekommen die Ersteller ebenfalls einen automatischen Hinweis darauf, dass sie der Prüfung unterliegen und sich dazu äußern können.

Finanziert wird das Board durch Treuhänder – das soll auch die Unabhängigkeit wahren. Verantwortlich dafür ist zunächst Paul G. Haaga, ein Manager und erfahrener Treuhänder, schreibt Facebook.

(emw)