Betrug im App Store: Apple will besser gegen Fake-Bewertungen vorgehen

Zur Betrugsverhinderung habe man 2020 fast eine halbe Million Entwickler-Accounts aufgekündigt und über 240 Millionen Kundenkonten deaktiviert, so Apple.

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(Bild: Sukrita Rungroj/Shutterstock.com)

Von
  • Leo Becker

Apple hat Einblick in Zahlen rund um die Anti-Betrungsmaßnahmen im App Store gegeben: Allein 2020 habe man rund eine Million neue Apps und eine Million Updates abgelehnt oder rausgeworfen, darunter über 215.000 Apps wegen Datenschutzverstößen und 95.000 wegen "betrügerischer Verstöße" wie etwa Lockvogelangebote, die ihre Funktion nach der Überprüfung ändern, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Jüngst wurde etwa ein grotesker Fall eines Kinderspiels bekannt, das sich in bestimmten Ländern in ein Online-Casino verwandelte.

Zugleich bekräftigte Apple, es werde konsequent gegen betrügerische Entwickler vorgegangen: Man habe im vergangenen Jahr 470.000 Entwickler-Accounts gekündigt und 205.000 Entwickleranmeldungen "aufgrund von Betrugsbedenken" abgelehnt. Auch Kundenkonten werden bei betrügerischen Aktivitäten gesperrt: 244 Millionen Accounts seien allein 2020 deaktiviert worden, so das Unternehmen, zudem habe man 424 Millionen Account-Erstellungen wegen Betrugsbedenken abgelehnt.

"Neue Werkzeuge" sollen Apple zudem dabei helfen, gefälschte Bewertungen sowie Rezensionen besser aufzuspüren und von bereits deaktivierten Konten abgegebenen Fake-Bewertungen auch tatsächlich zu entfernen. Man setze bei dem Vorgehen gegen betrügerische Bewertungen sowohl auf eine Computer-gestützte Analyse als auch auf menschliche Prüfer, so das Unternehmen. Man verhindere außerdem auch Betrug mit außerhalb des App Stores vertriebenen iOS-Apps und durch Einkäufe mit geklauten Kreditkartendaten im App Store.

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Apple reagiert damit auch auf wachsende Beschwerden über Fake-Bewertungen: Ein Entwickler hat den iPhone-Hersteller deswegen jüngst in den USA verklagt. Da Apple an jeder In-App-Transaktion mitverdient, gehe das Unternehmen nicht ausreichend gegen betrügerische Angebote vor, so der Vorwurf.

Apples Kontrolle über den App Store steht auch im Fokus von Untersuchungen mehrerer Regulierungsbehörden und einer Reihe von Klagen. In den USA versucht Epic Games derzeit vor Gericht, den App-Store-Zwang aufzubrechen, um seinen eigenen Spieleladen auf iPhones bringen zu können. Apple hält unter anderem dagegen, nur der zentrale und kontrollierte App Store könne für Sicherheit sorgen.

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(lbe)