Betrug im App Store: Klage gegen Apple außergerichtlich beigelegt

Ein Entwickler warf Apple vor, nicht konsequent gegen Nepp vorzugehen und so Nutzern wie Entwicklern zu schaden. Die Klage kratzte erheblich an Apples Image.

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(Bild: BigTunaOnline / Shutterstock)

Von
  • Leo Becker

Apple ist eine weitere unangenehme App-Store-Klage losgeworden: Der Konzern hat sich mit einem iOS-Entwickler, der schwere Vorwürfe gegen Apple vorgebracht hatte, außergerichtlich geeinigt. Details zu dem Settlement wurden nicht genannt. Die Parteien hätten die Einstellung des Verfahrens schon Ende Juli beim zuständigen US-Gericht beantragt, wie Techcrunch unter Verweis auf Gerichtsunterlagen berichtet. Weder der Entwickler noch Apple wollten die Einigung gegenüber der Publikation kommentieren.

Der Entwickler Kosta Eleftheriou warf Apple vor, die Monopolstellung beim App-Vertrieb zu missbrauchen und von betrügerischen Praktiken in Apps zu profitieren. Apple habe erst Interesse an einem Kauf seiner Tastatur-App für die Apple Watch gezeigt, diese dann aber nicht zum Vertrieb im App Store zugelassen. Der Konzern habe die App über Monate blockiert und als unsinnig bezeichnet, zugleich aber Konkurrenten zugelassen. Inzwischen hat Apple auch selbst eine Tastatur in watchOS integriert.

Nach einer später doch noch erfolgten Zulassung sei seine App von Betrügern kopiert und dann von diesen als eigene App mit gefälschten Bewertungen im App Store vertrieben worden, dies habe seine Umsätze einbrechen lassen, so Eleftheriou. Apple habe auf Hinweise nicht reagiert.

Apple versuchte ursprünglich, die Klage ganz abzuweisen, war damit aber gescheitert. Anfang des Jahres ließ ein Richter einen Teil der Vorwürfe zu und ermöglichte dem Entwickler, weitere Vorwürfe im Rahmen des Verfahrens erneut vorzubringen. Eleftheriou hat es sich seit Längerem zur Aufgabe gemacht, Betrügereien und Fake-Bewertungen im App Store offenzulegen. Damit löste er eine weitreichende Diskussion über die Schutzfunktion des App Stores aus und kratzte erheblich an Apples Image. Das Unternehmen verweist unter anderem gegenüber Regulierungsbehörden zur Rechtfertigung des App-Vertriebsmonopols darauf, dass sich nur so die Kundschaft schützen lasse.

Auch in Reaktion auf die Klage veröffentlichte Apple erstmals Zahlen zu App-Store-Betrug und versprach, besser gegen Fake-Bewertungen vorzugehen. Nutzer können inzwischen auch wieder selbst Betrugsfälle melden. Besonders mit Abos wird weiterhin immer wieder Nepp betrieben.

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(lbe)