Bezahlte Bewertungen: Amazon schmeißt Ravpower aus dem Sortiment

Ravpower verteilte Gutscheine für Reviews auf Amazon. Infolge sind USB-Netzteil und Powerbanks des Herstellers dort nicht mehr zu finden.

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(Bild: c't)

Von
  • Mark Mantel

Amazon hat den nächsten Hersteller von der eigenen Verkaufsplattform verbannt, der die Bewertungen der Kundschaft beeinflussen wollte. Ravpower hatte seinen Produkten Kärtchen beigelegt, wonach man für eine Bewertung auf Amazon einen Gutschein in Höhe von 35 US-Dollar erhielt. Umgerechnet sind das knapp 30 Euro – mehr als viele USB-Netzteile von Ravpower kosteten. Zu den weiteren Produkten der Firma zählen Powerbanks und kabellose Ladegeräte.

Gegenüber The Verge bestätigte Amazon, dass die Plattform selbst alle Ravpower-Listungen entfernt hat. Amazon verbietet seit 2016 Anreize zum Abgeben von Bewertungen. In der Stellungnahme bestätigte der Onlinehandelsriese auch, für Aukeys Verkaufsstopp im Mai 2021 verantwortlich gewesen zu sein. Headsets und Kopfhörer der Ravpower-Schwester Mpow sind in den USA nicht mehr über Amazon erhältlich, werden derzeit aber noch in Deutschland gelistet.

Ravpower auf Amazon (2 Bilder)

Ergebnisse für "Ravpower" auf Amazon am 23. Mai 2021. (Bild: Amazon [Screenshot: heise online])

Der Ausschluss kam möglicherweise, nachdem das Wall Street Journal über die Ravpower-Gutscheine berichtet hatte. Autorin Nicole Nguyen macht über Twitter auf eine Stellungnahme des chinesischen Mutterkonzerns Guangdong Xinghui Precision Manufacturing aufmerksam, der mit Amazon zusammenarbeiten möchte, um den Verkauf fortsetzen zu können. Fast ein Drittel des Umsatzes wird demnach über Amazon generiert. Den Weg über Anwälte schließt das Unternehmen nicht aus.

Amazon schreibt derweil in einem Blog-Beitrag über Fake-Reviews. Viel Inhalt bieten die acht Absätze allerdings nicht – neue Regel oder Maßnahmen kommuniziert die Firma beispielsweise nicht. Eine interessante Zahl verrät Amazon allerdings: Im Jahr 2020 wurden laut eigener Aussage mehr als 200 Millionen Fake-Reviews noch vor der Veröffentlichung im eigenen Shop gesperrt.

(mma)