Big Sur: Gespaltene Persönlichkeit bei der Versionsnummer

Apples nächstes Mac-Betriebssystem meldet sich je nach Abfrage als macOS 11 und macOS 10.16.

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Big Sur: Gespaltene Persönlichkeit bei der Versionsnummer

Big Sur hat einen neuen Look.

(Bild: Apple)

Von
  • Ben Schwan

Zu den Überraschungen auf Apples diesjährigem Entwicklertreffen World Wide Developer Conference (WWDC) 2020 zählte die Tatsache, dass macOS bei seiner Versionsnummer einen großen Sprung nach vorne machte. Big Sur heißt offiziell nicht, wie allgemein angenommen, macOS 10.16, sondern wird vom Hersteller offiziell als macOS 11 bezeichnet. Grund dafür seien die umfassenden Designänderungen, die Apple vorgenommen hat, so der Konzern selbst.

Damit wäre die Mac-OS-X-Ära, die vor knapp 20 Jahren begonnen hat, eigentlich offiziell beendet. Wer nun allerdings einen Blick in die Beta des vermutlich im Oktober erscheinenden neuen Mac-Betriebssystems schaut, wird feststellen, dass macOS 11 noch nicht überall angekommen ist. Tatsächlich macht Big Sur eine Art versionsnummerntechnisches Doppelleben durch.

Das neue macOS wird nämlich gleichzeitig als macOS 11 und macOS 10.16 bezeichnet, abhängig davon, an welcher Stelle man schaut. Wie der Entwickler Howard Oakley festgestellt hat, kommt es darauf an, was man abfragt – und je nachdem meldet sich Big Sur unterschiedlich zurück.

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Es kommt jeweils auf den Kontext an. Grund scheint zu sein, dass Apple keine Inkompatibilitäten riskieren will. Wer Apps in der offiziellen Entwicklungsumgebung Xcode baut, bekommt bei Verwendung des SDK 10.15 für Big-Sur-Apps konsistent Major-Version 10 und Minor-Version 16 zurück. Bekannte Apps "sehen" Big Sur so nicht als großen Versionssprung sondern als kleinen, den die meisten ja erwartet hatten.

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Wer Xcode hingegen unter Big Sur einsetzt und das dortige macOS-11-SDK verwendet, wird macOS als Major-Version 11 und Minor-Version 0 erleben. Dabei spielt keine Rolle, ob es sich um einen ARM-Mac oder eine Intel-Maschine handelt, es geht allein um das SDK. Wer mit Shell-Skripts arbeitet, kann eine Umgebungsvariable setzen, um Probleme zu vermeiden. Steht "SYSTEM_VERSION_COMPAT" auf 1, liefert Big Sur "10.16" zurück. Ist die Umgebungsvariable nicht gesetzt oder steht sie auf 0, bleibt es bei "11.0". Entwickler sollten dies stets bedenken.

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(bsc)