Bildschirm statt Fenster: Transparente Displays in der U-Bahn

LG zeigt in einem Pilotprojekt in zwei chinesischen Städten, wie U-Bahnen mit transparenten Bildschirmen anstelle der Fenster aussehen können.

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Transparentes OLED-Display von LG

(Bild: LG)

Von
  • Steffen Herget

Aus den Fenstern der U-Bahn zweier Linien in den chinesischen Städten Peking und Shenzhen blicken die Fahrgäste nicht mehr in den dunklen Tunnel, sondern auf ein LG-Display. Das koreanische Unternehmen stattet die U-Bahn-Waggons mit durchsichtigen 55-Zoll-Displays anstelle der normalen Glasfenster aus. Dabei kommen OLED-Panels zum Einsatz.

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Im Prinzip können auf den Fenster-Displays alle möglichen Informationen angezeigt werden. In den Bahnen der Linie 6 in Peking und Linie 10 in Shenzhen werden die Module verwendet, um Echtzeitinformationen über die Fahrt, die kommenden Haltestellen und Anschlussmöglichkeiten darzustellen. Zudem können sich Reisende über Flugverbindungen, die Wettervorhersage und aktuelle Nachrichten informieren. Touch-Bedienung ist technisch möglich.

Für LG ist die Verwendung der durchsichtigen Bildschirme in der U-Bahn ein weiteres Szenario, transparente Displays in den Alltag zu bringen. Das koreanische Unternehmen hatte bereits 2018 Vorläufer der aktuellen Bildschirme in Schaufenster des Kaufhauses Harrods in London integriert. Zuletzt hatte Xiaomi mit einem transparenten OLED-Fernseher für Aufsehen gesorgt. Das TV-Gerät ist jedoch mit einem Preis von umgerechnet etwa 6100 Euro ein teurer Spaß.

Durchsichtige Bildschirme wurden zum ersten Mal 2012 von Samsung gezeigt, schon damals als smarter Ersatz für normale Fenster. Bisher bleibt die Technologie allerdings den Nachweis der Alltagstauglichkeit schuldig, aus dem Konzeptstadium finden die Panels nur langsam heraus. Auf Messen wie der CES in Las Vegas werden jedes Jahr einzelne Geräte gezeigt, etwa von Panasonic, Samsung oder eben LG. Das aktuelle U-Bahn-Projekt will LG auf weitere Linien und möglicherweise Städte ausbauen. Das Unternehmen befindet sich dafür in Verhandlungen mit den zuständigen Verkehrsgesellschaften sowie Glasherstellern.

(sht)