Bill Gates: NFT-Markt basiert zu 100 Prozent auf dem Prinzip des größeren Deppen

Microsoft-Gründer Bill Gates äußert Zweifel, dass teure Affenbilder die Welt verbessern. Den Handel mit NFTs hält er im Wesentlichen für einen Deppenmarkt.

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New,York,,Ny,Usa,-,September,8,,2017:,Bill,Gates

(Bild: Shutterstock)

Von
  • Axel Kannenberg

Microsoft-Gründer Bill Gates hält gar nichts von NFTs und Kryptowährungen. "Ganz offensichtlich werden teure digitale Bilder von Affen die Lage der Welt immens verbessern", sagte er bei einer US-Konferenz in sarkastischer Anspielung auf die NFT-Kollektion Bored Ape Yacht Club (BAYC). Seiner Ansicht nach basiere der Wert von NFTs "zu 100 Prozent auf der Greater-Fool-Theorie".

Die Theorie besagt, dass es überhaupt nichts ausmacht, wenn man ein Finanzprodukt völlig überteuert kauft – solang man einen größeren Deppen findet, der es einem noch teurer auch wieder abkauft. Dass so etwas auch seine Grenzen hat, musste etwa der Unternehmer Sina Estavi feststellen, der vergangenes Jahr ein NFT auf den von Jack Dorsey verfassten ersten Tweet auf Twitter für 2,9 Millionen US-Dollar kaufte. Sein Versuch, das NFT wieder abzustoßen, war weniger erfolgreich. Momentanes Höchstgebot bei Open Sea sind 0,02 Ether, umgerechnet 24,05 US-Dollar.

"Ich bin Geldanlagen gewohnt wie etwa eine Farm, die etwas erzeugt, oder Firmen, die Produkte herstellen", führte Gates aus. Er sei weder mit Long- noch mit Short-Positionen in Kryptomärkten investiert. Ähnlich hatte er sich bereits früher zu Wort gemeldet, dass er nicht in Kryptowährungen investiere, weil sie nichts Wertvolles für die Gesellschaft hervorbrächten. Zuvor hatte er sich kritisch zur Anonymität bei Kryptowährungen geäußert und Privatanleger vor einem Investment gewarnt.

Im Zuge jüngster Kursabstürze am Kryptowährungsmarkt hat sich der NFT-Handel offenbar auch abgekühlt. So brachen laut Zahlen der Plattform Dappradar in den letzten 30 Tagen die Handelsvolumina populärer NFT-Bildsammlungen wie BAYC oder Moonbirds erheblich ein. Auch die wichtigste Handelsplattform Opensea sackte im Handelsvolumen ab. Anfang der Woche waren laut Nftpricefloor.com für BAYC-NFTs auf Opensea Mindestpreise von umgerechnet unter 100.000 US-Dollar zu beobachten – das gab es zuletzt im März. Im Zuge einer leichten Erholung am Kryptowährungsmarkt zogen die Preise zuletzt aber schon wieder an.

NFT steht für non-fungible token, zu deutsch nicht-fungible Token. Unter Fungibilität versteht man die Austauschbarkeit eines Wirtschaftsguts. Anders als bei den Einheiten einer Kryptowährung wie Bitcoin oder Ether handelt es sich hier um Einträge in ein Blockchain-Kassenbuch, die eben nicht austauschbar sein sollen. Die ursprüngliche Idee ist, mit solchen Tokens Besitz einer Sache oder eines Rechts abzubilden. Momentan werden vor allem NFTs auf digitale Bilder aufgelegt und schwunghaft gehandelt, wobei sich an der verlustlosen Kopierbarkeit dieser Bilder nichts ändert.

(axk)