Birdwatch: Faktenchecker auf Twitter erhalten Pseudonyme und Profilseiten

Twitter testet Pseudonyme für Ehrenamtliche, die an dem Birdwatch-Projekt teilnehmen. Über Profilseiten lassen sich die Beiträge anderer Faktenchecker bewerten.

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(Bild: InFootage/Shutterstock.com)

Von
  • Marie-Claire Koch

Twitter testet Aliasnamen für seine Community-basierte Faktenprüffunktion "Birdwatch". Damit geht Twitter auf den Wunsch von ehrenamtlichen Birdwatch-Mitgliedern ein, Bemerkungen zu kontroversen Tweets unter einem Pseudonym veröffentlichen zu wollen. Bisher war dies ausschließlich unter dem eigenen Twitter-Benutzernamen möglich. Birdwatch ist derzeit nur in den USA verfügbar.

Teilnehmer des Pilotprojekts wählen aus fünf zufällig erzeugten Namen einen Alias, um zu kommentieren. Das Pseudonym soll laut Twitter dabei helfen, sich auf den Inhalt der Beiträge zu konzentrieren und nicht darauf, von wem es komme – manche seien bestimmten Nutzern gegenüber voreingenommen. Auch Gruppenzwang, Polarisierung oder Rache sollen auf diese Weise reduziert werden.

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Twitter: Birdwatch-Alias zur Bewahrung der Anonymität (Bild: Twitter)

Zusätzlich hat der Kurznachrichtendienst Birdwatch-Profilseiten eingeführt, auf denen die vergangenen Beiträge eines Nutzers gesammelt werden – zum Schutz vor Missbrauch der Anonymität. Auf den Profilseiten kann bewertet werden, ob die Notizen oder Bewertungen hilfreich sind.

Die Anfang Januar eingeführte Aktion Birdwatch war zunächst eine Reaktion auf kritische Stimmen rund um die Sperre des Twitter-Accounts von Donald Trump. Mithilfe von Birdwatch sollen irreführende Tweets identifiziert und mit informativen Notizen kommentiert werden. Diese Informationen sollten dann direkt in den Tweets für alle sichtbar sein, sobald ein Konsens bestünde.

Bei manchen bestand zunächst die Sorge, dass ein privates Big-Tech-Unternehmen eigenständig entscheide, was Wahrheit oder Lüge sei. Die Community-Kommentarfunktion dürfte wohl ein Versuch von Twitter sein, den Bedenken entgegenzuwirken.

(mack)