Bitkom: 38 Prozent der Schülerschaft wünscht sich Einsatz digitaler Mittel

Der Einbezug digitaler Mittel in den Unterricht wird von Schülern gewünscht. Der Bitkom sieht hier auch Chancen für mehr Teilhabe und Unterricht trotz Pandemie.

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(Bild: Gorodenkoff/Shutterstock.com)

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  • Kristina Beer

Laut einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom wünschen sich 38 Prozent der Kinder und Jugendlichen die Nutzung digitaler (Hilfs)Mittel im Unterricht.

So hätten laut repräsentativer Umfrage 38 Prozent aller Zehn- bis Achtzehn-Jährigen gefordert, dass Smartphones im Unterricht zum Einsatz kommen sollen. An Gymnasien lag der Wert bei 37 Prozent, an anderen Schulformen bei 42 Prozent. Sie könnten laut Bitkom etwa dafür verwendet werden, Erklärvideos zu drehen, Karten zu erkunden oder zu recherchieren.

Die Kinder und Jugendlichen wünschen sich für den Einsatz digitaler Mittel konkrete Konzepte und fordern auch Regeln für den Schulalltag mit Smartphone. 59 Prozent der Zehn- bis Achtzehnjährigen meinen, dass Smartphones nur an bestimmten Orten oder nach klaren Vorgaben genutzt werden sollten. Ein Verbot während Klassenarbeiten befürwortet mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Befragten. Dass Handys im Unterricht grundsätzlich verboten sein sollten, findet nur ein Viertel (26 Prozent) richtig.

Bitkom-Präsident Achim Berg unterstreicht, dass Schulen "zu Beginn des dritten Corona-Jahrs den Hebel jederzeit auf Home-Schooling umlegen können" sollten, auch "damit alle Schülerinnen und Schüler jederzeit und unabhängig von der jeweiligen Corona-Situation am Unterricht teilhaben können." Auch zeige das Ergebnis der Befragung, wie wichtig "entsprechende Kompetenzen in der Schulleitung und im Lehrkörper sind".

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Aus Sicht des Bitkom sollte der Unterricht grundsätzlich für digitale Endgeräte geöffnet werden. Dafür brauche es durchdachte didaktische Konzepte, die sich etwa an Vorreiterschulen finden lassen könnten.

Der Bitkom plädierte bereits in der Vergangenheit für ein Recht auf digitalen Unterricht, auch unabhängig von der Coronavirus-Pandemie. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zu einem "Recht auf Bildung" im November 2021, das nicht zwingend an Präsenzunterricht gekoppelt ist, unterstützt die Forderung des Verbands.

In weiteren Umfragen ermittelte der Verband zudem, dass Eltern und Schülerschaft der Digitalisierung der Schulen sehr offen gegenüber stehen, und es demgegenüber nur wenige Digitalisierungsverweigerer gibt. Der Grad der Digitalisierung der deutschen Schulen und auch die Vorbereitung auf weitere Lockdowns wurden im Herbst 2020 von Eltern als überaus schlecht eingestuft.

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Für die Umfrage im Auftrag des Digitalverbands wurden 920 Kinder im Alter zwischen sechs und achtzehn Jahren befragt, darunter mehr als 641 zehn- bis achtzehnjährige.

(kbe)