Bitkom: Deutsche Unternehmen reduzieren Zettelwirtschaft und Faxe

Geschäftsprozesse und Kommunikation in deutschen Unternehmen sind noch nicht vollständig digitalisiert. Papier und Faxgeräte werden teils noch häufig genutzt.

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(Bild: pook_jun/Shutterstock.com)

Von
  • Oliver Bünte

Die Digitalisierung der Kommunikation und Geschäftsprozesse schreitet in deutschen Unternehmen stärker voran. Eine Umfrage des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) zeigt allerdings, dass immer noch über 43 Prozent der Unternehmen „nach innen und nach außen“ häufig per Fax kommunizieren. Rund 23 Prozent der befragten Unternehmen arbeiten weiterhin im Geschäftsbetrieb hauptsächlich mit Papier.

In den vergangenen fünf Jahren habe sich die Nutzung von Faxgeräten in Unternehmen nahezu halbiert, hat eine repräsentative Umfrage ergeben, die Bitkom Research im Auftrag der Bitkom unter 502 Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern im März und April 2021 durchgeführt hat. Demnach nutzen 2016 noch 79 Prozent der Unternehmen in Deutschland häufig Faxe zur Kommunikation, 2021 sind es noch 43 Prozent.

Bevorzugte Kommunikationskanäle sind nun E-Mail mit 100 Prozent und Festnetztelefon mit 98 Prozent. Zusätzlich kommen in den befragten Unternehmen aktuell Smartphones (89 Prozent), Messenger (66 Prozent) sowie Kunden- und Mitarbeiterportale zur Kommunikation zum Einsatz (60 Prozent).

Allerdings finde der digitale Wandel in den verschiedenen Branchen und abhängig von dem Unternehmen selbst in unterschiedlicher Geschwindigkeit statt. Während Banken und Finanzdienstleister die Digitalisierung vorantreiben, hinken Logistik- und Transportunternehmen noch hinterher, erklärt Nils Britze, der Bereichsleiter Digitale Geschäftsprozesse beim Bitkom ist.

In deutschen Firmen werden Papier und Faxgeräte weniger genutzt.

(Bild: Bitkom)

"Die Zettelwirtschaft verschwindet langsam, aber sicher aus den Unternehmen", sagt Britze. Die Digitalisierung des allgemeinen Geschäftsbetriebs habe in den vergangenen fünf Jahren zugenommen. So liefen 2016 in 34 Prozent der Unternehmen die Prozesse noch weitgehend papierbasiert ab, nun noch in 23 Prozent. 34 Prozent der Unternehmen verzichten mittlerweile weitgehend auf Papier, 2016 waren es noch 27 Prozent.

Wie die Umfrage ergeben hat, verzichten größere Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern auf Papier. 42 Prozent von ihnen haben ihre Geschäftsprozesse digitalisiert, 13 Prozent von ihnen haben die Digitalisierung bereits vollständig abgeschlossen. Bei Unternehmen zwischen 100 und 499 Mitarbeitern ist der Anteil mit 12 Prozent nahezu gleich hoch.

Kleinere Betriebe tun sich allerdings noch etwas schwer damit, die Digitalisierung vollständig umzusetzen und kein Papier mehr einzusetzen: Bei Unternehmen mit 20 bis 99 Mitarbeitern haben lediglich sechs Prozent kein Papier mehr im Einsatz. Offenbar fällt es größeren Unternehmen leichter, die Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse voranzutreiben.

(olb)