Blender 2.92: Fünf spannende Updates für Maker

Blender 2.92 ist die neueste Version der Open-Source-3D-Suite. Hier schauen wir uns die besonders für Maker interessanten Features genauer an.

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Blender 2.92 Startup Screen

Blender 2.92 Startup Screen

Von
  • Carsten Wartmann
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Es gibt wieder eine wahre Flut von Neuerungen in Blender 2.92. Vieles davon sind Features, die eher Computergrafik-Künstler und Animatoren ansprechen. Blender ist aber auch vielfältig in der Maker Szene einsetzbar: Fünf spannende Neuerungen für Maker stellen wir hier vor.

Ausführlich und mit vielen tollen Beispielen sind die Neuerungen auf Blenders englischsprachiger Website zu Blender 2.92 dokumentiert. Eine deutschsprachige Zusammenfassung von Gottfried Hofmann finden Sie auf heise online. Wer es noch genauer wissen möchte und an der Entwicklung zu Blender interessiert ist, findet auf den Wiki-Seiten der Blender Foundation das Release Log mit Links zu den Patches und dem Source Code.

Blender wird von Makern trotz seiner anspruchsvollen Lernkurve gerne für Projekte eingesetzt. Neben den offensichtlichen Einsatzmöglichkeiten – wie dem 3D-Druck – gibt es weitere kreative Möglichkeiten, Blender einzusetzen:

  • CAD-Konstruktion u. a. für 3D-Druck und sonstiges CNC
  • parametrische Konstruktion von Normteilen und Strukturen per Python, Add-ons oder parametrischer Konstruktion
  • Test von Konstruktionen in der Physik-Engine oder per Kinematik
  • 3D-Druckvorbereitung von fremden Modellen, Fehleranalyse und Behebung
  • Präsentation von Projekten in Bild, Video und Animation
  • Videoschnitt für die sozialen Medien und zur Dokumentation
  • Steuerung von Projekten mittels Python (Seriell oder per Netzwerk) aus Blender heraus
  • Messwerte und Statusmeldungen aufnehmen, anzeigen und verarbeiten
  • 3D- oder 2D-Objekte für die Weiterverarbeitung in Vektorprogrammen erstellen

Grundkörper wie Würfel, Kegel, Zylinder oder Kugeln (Primitives), die für fast alle Konstruktionen als Basis dienen, lassen sich jetzt mit wenigen Klicks hinzufügen – ähnlich wie bei vielen anderen Programmen. Dabei wird mit zwei Mausklicks die Grundfläche aufgezogen, der dritte Klick definiert die Höhe des Objekts. Durch den Einsatz von Snapping auf Ecken, Kanten und Flächen lassen sich so Grundkonstruktionen schnell erstellen. Sehr hilfreich ist dies, wenn es darum geht, (Hilfs-)Objekte in Relation zu vorhandenen, beliebig im Raum orientierten Flächen zu erstellen. Neben "einfach Ausprobieren" helfen die Dokumentation und ein Demovideo, um die neue Funktion zu erkunden.

Videokurs: Blender für Maker

Im Make-Videokurs zeigt der bekannte Buchautor und Blender-Tutor Carsten Wartmann anhand verschiedener kleiner Maker-Projekte, wie man das Open-Source-3D-Softwarepaket Blender für CAD-Aufgaben wie das Konstruieren eigener Vorlagen etwa für den 3D-Druck oder das CNC-Fräsen produktiv nutzen kann.

Mittels Modifiern, Drivern und/oder Python war es schon immer möglich, prozedural oder parametrisiert Objekte und Konstruktionen in Blender zu erstellen. Geometry Nodes gehen noch einen Schritt weiter und ermöglichen es, nahezu beliebige Objekte im Node-Editor zu erstellen. Dabei wird grafisch programmiert, indem Nodes miteinander verbunden werden.

Geometry Nodes in einer Minute!

So einfach der Einstieg, so vielfältig und komplex sind die Möglichkeiten

Im Moment liegt der Fokus noch auf der Erstellung von zufällig generierten Landschaften und Umgebungen – aber warum nicht auch parametrisierte Knöpfe oder Frontplatten mit generativen Mustern (oder gleich ganze Gehäuse) generieren, die für jede Erstellung zufällige Muster und Features haben? Oder Props und Figuren für Rollenspiele, wo keine Pose oder Wand der anderen gleicht? Wenn man Anregungen sucht, sollte man sich Erindale Woodfords Challenge ansehen oder nach dem Hashtag #nodevember auf Twitter suchen.

Geometry Nodes sind übrigens nur ein Teil des Entwicklungsziels hin zu Everything Nodes. Bisher gab es schon Material-, Texture- und Compositing-Nodes, in den Startlöchern stehen noch Animation-Nodes und Particle-Nodes.