Blutdruck, Blutzucker, Blutalkohol und mehr: Apple Hauptkunde von Sensor-Startup

Die Sensoren der Firma Rockley, die für Geräte wie die Apple Watch gedacht sind, sollen auch Blutwerte nichtinvasiv am Handgelenk messen.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 6 Beiträge

(Bild: Foxy burrow/Shutterstock.com)

Von
  • Leo Becker

Apple ist an der Sensortechnik der britischen Firma Rockley Photonics interessiert, die eine weitreichende Messung von Körperwerten am Handgelenk ermöglichen will – die Technik könnte in eine künftige Apple Watch einfließen. Dies geht aus einer Eingabe an die US-Börsenaufsicht SEC hervor: In der Vorbereitung für den Börsengang weist die Firma Investoren darauf hin, dass man auf absehbare Zeit in "signifikantem Maße" auf die Umsätze einiger weniger Großkunden angewiesen ist, "darunter Apple".

Aufgrund strenger Geheimhaltungsvorgaben vermeiden Zulieferer gewöhnlich, Apple namentlich als Kunden zu nennen.

Der Hersteller Rockley arbeitet an neuen Spektrometer-Chips, die Basisdaten wie Herz- und Atemfrequenz, Herzfrequenzvariabilität, Blutdruck und Sauerstoffsättigung des Blutes genauer erfassen sollen als bisherige allein auf LEDs basierende Sensoren, wie sie etwa auch Apple in der Apple Watch einsetzt.

Zudem will die Firma durch Infrarotspektroskopie weitere Körperwerte nichtinvasiv messen, die nicht durch LED-Sensoren erfassbar sind und die bislang meist zumindest eine kleine Blutentnahme erfordern. Der für Wearables geeignete Sensorchip messe auch Blutzucker, Blutalkohol, Laktatgehalt und Kohlenstoffmonoxid, heißt es in der Eingabe an die Börsenaufsicht. Zudem sollen Körpertemperatur und Flüssigkeitszufuhr erfasst werden.

Lesen Sie auch

Mit einer Marktreife der Sensoren sei aber frühestens 2022 zu rechnen, heißt es von Rockley. Die Technik solle zuerst in gängige Hardware für Endkunden kommen, später aber auch in Medizingeräten Verwendung finden. Für Glukose-Tracking müsse man erst eine größere Menge an Nutzerdaten sammeln, bevor man eine solche Funktion freischalten könne, schreibt der Hersteller.

Apple forscht seit Jahren an nichtinvasiven Methoden zur Erfassung des Blutzuckerspiegels und hat auch Diabetes-Spezialisten eingestellt. Apple-Chef Tim Cook erklärte 2017 auf einer Veranstaltung, er trage ein Blutzuckermessgerät, um zu sehen, wie sein Blutzucker auf verschiedene Nahrungsmittel reagiert – und so die Ernährung anzupassen, schon "weit bevor jemand Diabetiker wird".

(lbe)