Boeing 737 Max: Testflüge für erneute Freigabe stehen bevor

Nach zahlreichen Änderungen soll Boeings 737 Max erstmals wieder zu Testflügen abheben. Noch im Sommer sollen dann erste Crews ein neues Training durchlaufen.

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Boeing 737 Max der Southwest Airlines geparkt auf dem Southern California Logistics Airport bei Victorville, Dezember 2019

(Bild: heise online/pbe)

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Boeing und die US-amerikanische Flugaufsichtsbehörde FAA wollen noch Ende Juni oder spätestens Anfang Juli 2020 eine Reihe von Testflügen starten, die für eine erneute Freigabe des 737-Max-Flotte erforderlich sind. Damit könnte der Flugzeugbauer seinen eigenen Zeitplan einhalten – trotz einiger weiterer zwischenzeitlich aufgetretener Probleme. Ob die Wiederaufnahme des regulären Flugbetriebs aber wie geplant noch Mitte 2020 stattfinden kann, ist ungewiss.

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Gegenüber Bloomberg äußerte sich die FAA zurückhaltend: Man mache Fortschritte in Hinblick auf Zertifizierungsflüge, die in der nahen Zukunft stattfinden sollen. Die Prüfung der Dokumentation sei aber nicht abgeschlossen. Dies sei jedoch erforderlich, um die nächste Phase auf dem Weg zur neuerlichen Freigabe einzuleiten. Das Portal verweist darüber hinaus jedoch auf nicht genannte Quellen, die von unmittelbar bevorstehenden Testflügen sprechen. Diese sollen sich über mehrere Tage ziehen.

Treten dabei keine unerwarteten Probleme auf, sollen ab Ende Juli oder Anfang August 2020 ausgewählte Piloten verschiedener Fluggesellschaften erstmals ein neues Trainingsprogramm für die 737 Max durchlaufen. Noch sei aber nicht entscheiden, so der Bericht, an welchen Standorten das Training stattfinden soll. Der ursprüngliche Plan sah hierfür Boeings eigene Schulungseinrichtung in Miami vor, die FAA erwägt aber auch die Nutzung von Simulatoren an anderen Standorten weltweit. Grund hierfür ist die zuletzt in Florida stark gestiegene Zahl an Corona-Infektionen. Hat die Standortwahl keine Auswirkungen auf den weiteren zeitlichen Verlauf, könnten Fluggesellschaften die 737 Max ab September wieder regulär für den Betrieb nutzen – 18 Monate nach der Stilllegung der gesamten Flotte.

Zuletzt wurden Mitte April 2020 zwei weitere Probleme im Zusammenhang mit der Flugsteuerungs-Software bekannt. Einer konnte zum Ausfall des Autopiloten während des Endanflugs führen, der andere zum Kontrollverlust. Als Ursache für letzteren identifizierte Boeing einen Fehler im Mikroprozessor des Flugsteuerungscomputers, der inzwischen aufgrund seines Alters – verbaut wird er seit 1996 - und der Rechenleistung als Schwachstelle des Flugzeugs gilt.

(pbe)