Brasiliens Zentralbank erteilt WhatsApp Pay keine Genehmigung

Facebook muss WhatsApp Pay kurz nach dem Start in Brasilien pausieren. Die Zentralbank fordert eine Analyse der Auswirkungen des Dienstes.

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Facebook illustrierte seine Ankündigung für WhatsApp Pay in Brasilien mit diesem Bild.

(Bild: Facebook)

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Eine Woche nach dem Start von WhatsApp Pay in Brasilien stoppt die dortige Zentralbank Facebooks Bezahlsystem. Sie fordert eine Vorab-Analyse der Auswirkungen des Dienstes und mahnt, der Zahlungsverkehr des Landes könnte Schäden nehmen – in Hinblick auf den Wettbewerb, Effizienz und beim Datenschutz der Nutzer.

Mit WhatsApp Pay lässt sich in Chats direkt Geld transferieren. Facebook plant ein Unternehmens-übergreifendes Bezahlsystem. Brasilien ist einer der größten WhatsApp-Märkte, 120 Millionen Menschen nutzen dort den Messenger.

Facebook hat WhatsApp Pay eingeführt, ohne die Genehmigung der Zentralbank oder einer anderen Behörde einzuholen und erklärt dies laut Reuters damit, dass es sich lediglich um einen Vermittlungsdienst handele. Um Gelder per WhatsApp zu überweisen, müssen Nutzer im Messenger-Konto ihre Kreditkartendaten hinterlegen oder eine Verknüpfung zu Paypal herstellen. Dann reicht ein Klick und das Geld wird dem Gesprächspartner, der auch ein Unternehmen sein kann, überwiesen.

WhatsApp bietet Geschäften an, Warenkataloge direkt im Messenger anzuzeigen – schneller als bei dieser Kombination von Angebot und Zahlbutton ließe sich derzeit wohl kein Kauf abschließen. Damit keine nicht-autorisierten Zahlungen herausgehen, fordert Facebook eine sechsstellige PIN oder den Fingerabdruck am Smartphones. Unternehmen, die WhatsApp Pay anbieten wollen, müssen eine Gebühr zahlen, Privatpersonen nutzen den Dienst kostenlos.

Mastercard und Visa sind von der Zentralbank angehalten, die via WhatsApp abgeschlossenen Transaktionen nicht auszuführen. Ein WhatsApp-Sprecher sagte Reuters, das Unternehmen wolle weiterhin mit lokalen Partnern und der Zentralbank zusammenarbeiten, um den Dienst zur Verfügung zu stellen. Die brasilianische Notenbank plant im Herbst ein eigenes Zahlsystem, das ähnlich dem von Facebook funktioniert, herauszubringen – es nennt sich Pix. WhatsApp könne sich vorstellen, Pix in das eigene System zu integrieren, sobald es verfügbar ist.

(emw)