Brennstoffzellen-Jets: Airbus und Elring Klinger arbeiten an Wasserstoff-Antrieb

Airbus will bis 2035 ein emissionsfreies kommerzielles Flugzeug entwickelt haben. Elring Klinger stellt dafür sein Brennstoffzellen-Knowhow bereit.

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Von Airbus gerenderte Flugzeuge, die zum Konzept ZEROe passen.

(Bild: Airbus)

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  • Andreas Wilkens

Der deutsche Automobilzulieferer Elring Klinger und der Luftfahrtkonzern Airbus tun sich zusammen, um einen Brennstoffzellen-Antrieb für Flugzeuge zu entwickeln. Sie wollen eine gemeinsame Firma gründen, an dem Airbus die Mehrheit halten soll. Elring Klinger gibt Airbus Einsicht in seine Technik und erhält dafür einen Euro-Betrag im niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionenbereich.

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Airbus hatte im September ein Konzept namens ZEROe vorgestellt, laut dem bis 2035 das erste emissionsfreie kommerziell betriebene Flugzeug fertig sein soll. Dafür testet und erforscht Airbus Konfigurationen und Technikvarianten mit Wasserstoff, um mit Brennstoffzellen elektrische Energie zu erzeugen. Hintergrund sind die endlichen fossilen Energieträger und die Folgen des weltweiten Klimawandels, wie Elring Klinger erläutert.

Elring Klinger, das nach eigenen Angaben 20 Jahre Erfahrung in der Technik aufweisen kann, hatte Airbus im vergangenen Sommer bereits Brennstoffzellenstacks und einen Teststand geliefert. Weitere Komponenten will das Unternehmen im Rahmen des Joint Ventures liefern, das bis Jahresende gegründet sein soll. Über weitere Einzelheiten der strategischen Partnerschaft haben beide Vertragsparteien Stillschweigen vereinbart.

Airbus Konzept ZEROe (8 Bilder)

Die Flügelform dieses Konzepts, das für 200 Passagiere gedacht ist, soll Wasserstoff viel Platz bieten.
(Bild: Airbus)

"Ein reiner Batterieantrieb stößt bei bestimmten Anwendungen in der Luftfahrt – wie beispielsweise auf längeren Distanzen oder für größere Flugzeuge – aufgrund der eingeschränkten Leistungsdauer bei vorgegebenem Gewicht schnell an seine Grenzen", heißt es in einer Mitteilung von Elring Klinger. Brennstoffzellen hingegen stellten eine leistungsfähige Alternative dar, da sie die benötigte Energie an Bord erzeugen.

Die Elring-Klinger-Stacks basieren auf der Protonenaustauschmembran-Technik (PEM). Sie wandeln mit Wasserstoff und Sauerstoff chemische in elektrische Energie um. Wenn der Wasserstoff durch Wind-, Sonnen- oder Wasserkraft hergestellt wird, ist durch Brennstoffzellen ein vollständig klimaneutraler Antrieb möglich.

(anw)