Brennstoffzellen-Züge sollen ab Juni mit Passagieren in Niedersachsen fahren

Bisher fuhren in Niedersachsen mit Wasserstoff betriebene Züge lediglich testweise. Das soll sich im kommenden Monat ändern.

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Voriges Jahr setzte sich der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil in den Führerstand eines Coradia iLint.

(Bild: niedersachsen.de / Ole Sparta / StK)

Von
  • Andreas Wilkens
  • mit Material der dpa

Bahnreisende in Niedersachsen sollen von Juni an erstmals regulär mit Wasserstoffzügen fahren können. Das hat der Zughersteller Alstom in Salzgitter am Mittwoch auf Nachfrage mitgeteilt. Noch in diesem Jahr sollen die Dieselzüge auf der Bahnstrecke Cuxhaven-Buxtehude durch 14 Wasserstoffzüge ersetzt werden. Erste Züge stünden bereits zu Schulungszwecken an einer Wasserstofftankstelle in Bremervörde.

Nach Angaben von Alstom handelt es sich um die weltweit erste Flotte von Wasserstoffzügen im Passagierregelbetrieb. Von September 2018 bis Februar 2020 waren zwei der neuartigen Züge auf der Strecke schon mit Passagieren im Testeinsatz. Dabei sollen sie sich bewährt haben.

Ende des Jahres sollen laut Alstom weitere Wasserstoffzüge in Hessen in den Regelbetrieb gehen. Dort habe der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) 27 Züge des Typs Coradia iLint bestellt. In Frankfurt-Höchst werde für diesen Einsatz eine Wasserstofftankstelle gebaut. Auch in Baden-Württemberg wird geplant, Brennstoffzellen-Züge im Regelbetrieb einzusetzen. Voriges Jahr wurde ein Coradia iLint testweise auf den Zollernalbbahnen eingesetzt.

Am Mittwoch hatte sich Niedersachsens Europaministerin Birgit Honé (SPD) zusammen mit einer EU-Delegation bei Alstom in Salzgitter über die Wasserstoffzüge informiert. Das Land hatte die Anschaffung der 14 Züge mit rund 81 Millionen Euro gefördert.

Coradia iLint – Brennstoffzellenzug für Niedersachsen (9 Bilder)

Der Coradia iLint vom Schienenfahrzeughersteller Alstom hat sich in Tests offenbar bewährt.
(Bild: alstom.com)

Mit Wasserstoff oder Batterien betriebene Züge einzusetzen, könne fallweise wirtschaftlicher sein, als bisher nicht elektrifizierte Bahnstrecken mit Oberleitungen auszurüsten, hieß es im April dieses Jahres von der Bundesregierung. In Niedersachsen waren voriges Jahr 2046 der insgesamt 3414 bundeseigenen Bahnstrecken elektrifiziert. Auf teilweise elektrifizierten Strecken könnten Batterien von E-Zügen aufgeladen werden, wie es auf der Strecke Stuttgart – Horb getestet wird. Neben Wasserstoffzügen werden in Niedersachsen auch Hybrid-Züge geplant.

(anw)