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Bringt die Ernte ein: Die Farmville muss schließen

Alles wird verderben, kein Reis mehr wachsen. Bis zum 31. Dezember können Spieler noch retten, was eigentlich eh nicht mehr zu retten ist: Farmville.

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(Bild: Screenshot Zynga)

Von
  • Eva-Maria Weiß

Farmville wird eingestellt: Am 31. Dezember ist Schluss. Grund dafür ist das Aus von Flash. Oder nein, vielleicht ist es auch einfach das Ende einer bereits vergangenen Ära. Damals, als Facebook noch nicht Feind, sondern Freund war. Als der Suchtcharakter des Spiels noch mit Spaß begründet wurde.

Reis anbauen, Reis ernten, Obst, Gemüse, alles brauchte seine Zeit und musste rechtzeitig in einem kurzen Slot eingeholt werden, da es sonst verdarb. Nun konnte man klug planen und die Ernte timen, Sorten auswählen, die länger dauerten oder solche, die schon kurz darauf reif waren. In jedem Fall zog es einen stetig in das Spiel. Manch Süchtling soll sich gar Wecker gestellt haben. Was machen denn wohl meine Kürbisse? Und wenn es Kürbisse gibt, wie schaut es mit der Herbstdeko aus?

Neben dem Anbau, dem eigentlichen Sinn des Spiels, waren da die vielen Goodies, wegen derer man noch mehr Zeit auf seiner virtuellen Farm verbringen konnte. Die schönste und größte sollte es schließlich auch werden. Zu Halloween gab es die Kürbisse mit geschnitzten Fratzen, Weihnachten Unmengen an Lichterketten und Kugeln, Ostern, klar, Ostereier. Die Macher haben sich nicht lumpen lassen mit Schnickschnack, den man im Spiel mit seinen dort verdienten Kröten kaufen konnte. Wahlweise umgesetzt mit echtem Geld. Man kennt diese Mechanismen, die einen nicht loslassen, inzwischen nur zu gut.

Die Möglichkeit, auf Facebook zu zeigen, was für dicke Eier man hat, war gleich im Spiel integriert. Teile deinen Freunden mit, dass du deine Farm erweitert hast. Schaut her, ich habe exotische Früchte gezüchtet. Zeige doch gleich noch deinen Farmdollar-Kontostand. Konkurrenz belebt auch das Bauerngeschäft. Lade deine Freunde zum Spiel ein und du wirst belohnt – die Freunde allerdings mit Spam genervt.

Und während Farmville in seinen Glanzzeiten noch 80 Millionen Nutzer hatte, sind es heute, ja, gibt es überhaupt noch Spieler? Elf Jahre Farmville sind genug. Man könnte dem Support-Ende von Flash, darauf basiert Farmville, danken. Ist es doch viel sinnvoller, seine Zeit mit Animal Crossing zu verdaddeln. Oder doch noch den Pokemons hinterherzujagen. Aber halt, Hersteller Zynga hat längst Farmville 2 als App herausgebracht. An den Erfolg von damals kann diese nicht anknüpfen, Zynga musste zwischenzeitlich mit tief roten Zahlen kämpfen, kam jedoch dank neuer Spiele wieder heraus. Farmville ist tot, lang lebe Farmville? Nein, dieser Sack Reis fällt nun wirklich mal einfach um.

(emw)