Britischer Softwarehändler will Microsoft auf 270 Millionen Pfund verklagen

Weil Microsoft mit seiner Marktmacht den Gebraucht-Software-Handel kaputt mache und Kunden in die Cloud zwingen will, geht ein Händler vor Gericht.

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(Bild: charnsitr/Shutterstock.com)

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  • Eva-Maria Weiß

Valuelicensing ist ein britischer Softwarehändler, der unter anderem mit gebrauchten Microsoft-Lizenzen sein Geschäft macht. Weil der Gründer meint, Microsoft selbst verbauen ihm das Geschäft, will er die US-Amerikaner verklagen – auf 270 Millionen Pfund (etwa 312 Millionen Euro).

Über die beim britischen High Court eingereichte Klage berichtet die Financial Times. Diese zitiert Jonathan Horley, Gründer von Valuelicensing: "Microsoft hat das Verlangen, sich zu den neuen cloudbasierten Modellen zu bewegen und die alten Lizenzen vom Markt zu nehmen, sodass Kunden keine Wahl haben und auf das Abomodell wechseln müssen." Dafür nutze Microsoft seine Marktmacht aus.

Zudem verhindere das Unternehmen den Wettbewerb im Gebraucht-Software-Handel, in dem es etwa Unternehmen den Wechsel zu den Cloud-Abos mit Vergünstigungen schmackhaft mache. Käufer von Lizenzen seien besorgt, dass ihr Wert sinkt, weil sie sehen, dass der Wiederverkaufsmarkt schrumpft.

Erst im Februar hatte Microsoft angekündigt, den Support für Windows-10-Versionen mit Long-Term-Service-Channel (LTSC) und ohne Cloud-Anbindung auf fünf Jahre zu kürzen. Diesen Schritt haben viele Menschen als Druck in Richtung Cloud beziehungsweise Windows as a Service interpretiert. LTSC-Versionen bekommen zwar keine Funktionsupdates, dafür waren ihnen aber zehn Jahre lang Sicherheitspatches sicher. Microsoft betont allerdings immer wieder, dass diese Versionen nicht für den Gebrauch im Büroumfeld gedacht sind, sondern für Geräte und Szenarien mit speziellen Anforderungen – etwa keiner Änderung am Betriebssystem oder eben kein Cloud-Zugang.

Man kann auf das Speichern und die Verarbeitung eigener Inhalte in der Microsoft-Cloud auch verzichten. Dann muss man allerdings auch auf einige Funktionen bei Office verzichten.

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Auf Nachfrage der Financial Times hat Microsoft sich nicht geäußert – mit dem Hinweis auf ein laufendes Verfahren.

(emw)