Broadcom übernimmt VMware für rund 61 Millarden US-Dollar

Den Deal will der Chipkonzern Brodcom in bar und mit Aktien bezahlen. VMware-Anteilseigner stehen hinter der Transaktion.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 18 Beiträge
Von
  • Wolfgang Reszel

In einer Mitteilung von diesem Donnerstag bestätigt der Broadcom nun den Kauf des Virtualisierungsspezialisten VMware. Mit den umgerechnet 57 Milliarden Euro handelt sich um die bislang größte Übernahme des Chipherstellers. Zudem würden die 8 Milliarden US-Dollar Nettoschulden von VMware übernommen.

Besitzer von VMware-Anteilen erhalten laut Broadcom wahlweise je Aktie entweder 142,50 US-Dollar bar oder 0,252 Broadcom-Papiere. Die Wahl der Aktionäre unterliegt einer Zuteilung, sodass schlussendlich die eine Hälfte in Aktien und andere Hälfte bar gezahlt werden sollen. Damit ergebe sich eine Gegenleistung von insgesamt 138,23 US-Dollar je Aktie, was 44 Prozent über dem Schlusskurs von VMware vom 20. Mai liege, so der Chiphersteller. Als Berechnungsgrundlage diene der Schlusskurs der Broadcom-Stammaktien vom 25. Mai 2022. Der Wert der VMware-Aktie stieg nach Medienspekulationen bezüglich der Fusion der beiden US-Unternehmen bis Mittwoch, dem 25. Mai auf 120,54 US-Dollar.

Die größten Anteilseigner von VMware, Michael Dell (40,2 Prozent) und die Investmentgesellschaft Silver Lake (10 Prozent), stimmten der Transaktion laut Ankündigung zu.

Nach anberaumten Abschluss der Transaktion im Geschäftsjahr 2023 sollen die VMware-Aktionäre rund 12 Prozent des fusionierten Unternehmens besitzen.

VMware zählt als führender Anbieter von Virtualisierungssoftware für Server und Cloud-Lösungen. Mit dessen Übernahme weitet Broadcom-Chef Hock Tan seinen seit Jahren vorangetriebenen Ausbau der Software-Sparte aus. So kaufte der Konzern 2019 die Enterprise-Sparte von Symantec samt der Marke für rund 10,7 Milliarden US-Dollar. Wenige Monate nach Verlagerung des Firmensitzes von Singapur in die USA im Frühjahr 2018 erwarb Broadcom CA Technologies (früher Computer Associates), Entwickler zahlreicher Business- und Cloud-Lösungen.

Die Broadcom Software Group firmiert künftig unter dem Namen VMware und der Konzern erwartet, dass sie 49 Prozent des angepeilten Gesamtumsatzes von 40 Milliarden US-Dollar mit Software erwirtschaften werden.

Das Hauptgeschäft von Broadcom liegt in der Entwicklung von Chips für Modems, Funknetze und Ethernetcontroller, aber auch Mikrocontroller etwa für den Raspberry Pi. Das Unternehmen ist am Jahresumsatz 2021 gemessen nach Qualcomm und Nvidia der drittgrößte Anbieter von Mikrochips ohne eigene Fertigung. Ein Versuch, den Konkurrenten Qualcomm zu übernehmen, scheiterte.

(wre)