Büro statt Homeoffice: Apple-Mitarbeiter berichten von hartem Durchgreifen

Es sei nun noch schwerer, eine Homeoffice-Erlaubnis zu erhalten, klagen Mitarbeiter. Apple fordere Einblick in Krankenakten von Angestellten mit Behinderung.

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Apple will zum Jahr 2030 komplett klimaneutral arbeiten.

(Bild: dpa, Michael Kappeler/dpa)

Von
  • Leo Becker

Apples neues Hybrid-Arbeitsmodell sorgt offenbar für größere Verärgerung bei einem Teil der Belegschaft: Es sei schwerer denn je geworden, eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten, um der Arbeit im Homeoffice nachgehen zu können, wie The Verge unter Berufung auf Mitarbeiter berichtet. Einzelne Angestellte würden deshalb bereits die Kündigung erwägen.

Bei Apple herrscht traditionell Präsenzpflicht, doch gab es auch vor der Coronaviruspandemie Ausnahmen von der Regel und manche Teams seien sehr flexibel gewesen, heißt es – damit sei es jetzt aber vorbei.

Einzelne Angestellte mit Behinderung berichten, Apple habe auf den Homeoffice-Wunsch hin den Einblick in die komplette Krankenakte gefordert, wie The Verge schreibt. Andere erzählen, sie würden bereits Anfragen von konkurrierenden IT-Konzernen erhalten, die eine Chance wittern – und flexiblere Arbeitsmodelle vorsehen.

Ungewöhnlich ist auch, dass manche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ihrem Ärger in sozialen Medien öffentlich Luft machen, das gab es bei dem auf Verschwiegenheit pochenden iPhone-Konzern in den vergangenen Jahren praktisch nie.

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Nach über einem Jahr Homeoffice schreibt Apple vor, dass die Mitarbeiter ab September wieder für mindestens drei feste Tage in jeder Woche im Büro sind. Es gebe Dinge, die sich nicht durch Videokonferenzen nachbilden lassen, argumentierte Apple-Chef Tim Cook in einem internen Memo im Juni.

Eine größere Zahl an Mitarbeitern forderte ihren Arbeitgeber daraufhin dazu auf, das neue Hybrid-Modell zu überdenken sowie flexibler zu gestalten. Dem Anliegen erteilte Apples Personalchefin indirekt eine Absage: Die persönliche Zusammenarbeit sei "essenziell für Apples Firmenkultur und Zukunft", betonte die Managerin im Anschluss. Die erfolgreiche Weiterentwicklung von Produkten im Homeoffice sei nur durch vorausgehende gemeinsame Arbeit vor Ort möglich gewesen.

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(lbe)