Bundes-Cyberagentur gegründet: 350 Millionen Euro für die Cybersicherheit

Offiziell heißt die Gesellschaft "Agentur für Innovation in der Cybersicherheit", sie soll u.a. "Innovationen auf dem Gebiet der Cybersicherheit identifizieren"

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(Bild: Illus_man/Shutterstock.com)

Von
  • Moritz Förster

Die Cyberagentur ist gestartet: Ihre Gründungsurkunde ist unterschrieben und die Geschäftsführung ist bestellt. Offiziell heißt die Gesellschaft Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH, sie soll "Innovationen auf dem Gebiet der Cybersicherheit identifizieren und konkrete Aufträge für die Entwicklung von innovativen Lösungsmöglichkeiten vergeben".

Außerdem soll die Cyberagentur einzelne Programme planen, steuern und priorisieren sowie schließlich zusammenführen. Die hierbei gewonnenen Ergebnisse soll sie anschließend auswerten und der Bundesregierung zur Verfügung stellen. Bis 2023 kann die Gesellschaft auf 350 Millionen Euro aus den Haushalten des BMVg und des BMI zugreifen, wie aus der offiziellen Pressemitteilung des BMI hervorgeht.

Entsprechend liegt der langfristige Fokus der Cyberagentur auf der äußeren und inneren Sicherheit. Vereinbart wurde ihre Einrichtung im Koalitionsvertrag 2018, ihre geplant 100 Beschäftigten sollen zunächst in Halle und ab 2022 am Flughafen Leipzig/Halle – nach dessen Fertigstellung – arbeiten. Sie leiten während der Gründungsphase Professor Dr. habil. Christoph Igel als Geschäftsführer und Forschungsdirektor sowie Frank Michael Weber als Kaufmännischer Direktor und Geschäftsführer.

Igel war zuvor unter anderem wissenschaftlicher Leiter des Educational Technology Lab beim Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI) und Professor für Bildungstechnologien an der Technischen Universität Chemnitz. Weber arbeitete zuvor als Projektmanager und Unternehmensberater sowie als CFO und Geschäftsführer mehrerer Firmen.

Eine feierliche Eröffnungsveranstaltung auf Ministerebene ist geplant, ein Termin hierfür existiert jedoch noch nicht. Auch wann der Start der Cyberagentur stattfinden sollte, war lange ungewiss, was Kritik der FDP nach sich zog. Ihr Fraktionsvize im Bundestag, Stephan Thomae, meinte, die Agentur sei angesichts der hohen Zahl bestehender Behörden "nichts weiter als Schaufensterpolitik und reine Steuergeldverschwendung".

Die Finanzierung bemängelte derweilen der Bundesrechnungshof: Ursprünglich standen bis 2022 222,5 Millionen Euro zur Verfügung, notwendig seien im selben Zeitraum jedoch 365 Millionen Euro.

(fo)