Bundesamt: iPhone und iPad sind sicher genug für Verschlusssachen

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erteilt iPhones und iPads eine Freigabe für Bundesbehörden. Warum das für Apple nützlich ist.

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(Bild: Alberto Garcia Guillen/Shutterstock.com)

Von
  • Malte Kirchner

iPhones und iPads sind nach Prüfung durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sicher genug für die Verarbeitung von Verschlusssachen. Dazu hat die Behörde die Sicherheitseigenschaften der Geräte und der Betriebssysteme iOS und iPadOS genauer untersucht. Die integrierten Apps für E-Mails, der Kalender und die Kontakte seien demnach als sichere mobile Lösungen anzusehen.

Die Freigabe von handelsüblichen Produkten für die Verarbeitung von Informationen mit besonderem Schutzbedarf sei ein Novum, sagt BSI-Präsident Arne Schönbohm. Apples mobile Geräte können nach der erfolgreichen Prüfung nunmehr offiziell für Verschlusssachen der Kategorie "Nur für den Dienstgebrauch" verwendet werden. Diese sind im Alltag von Behörden und bei der Bundeswehr die am meisten verbreitete Form von sensiblen Dokumenten. Darüber liegen die Geheimhaltungsstufen vertraulich, geheim und streng geheim. Als "Nur für den Dienstgebrauch" werden zum Beispiel schon Fahndungsunterlagen aus dem Bereich Terrorismus und Extremismus eingestuft.

Der unabhängigen Prüfung habe Apple zugestimmt und mit dem BSI eng zusammengearbeitet, teilt die Behörde in einer Pressemitteilung mit. Das BSI habe sich an den international anerkannten Common-Criteria-Standards orientiert. Der Standard zur Prüfung und Bewertung von Sicherheitseigenschaften von IT-Produkten wurde in den 1990er-Jahren von mehreren Ländern, darunter die USA, Deutschland, Großbritannien und Frankreich etabliert.

Die Freigabe von iPhones und iPads für den Einsatz in Bundesbehörden knüpft das BSI gleichwohl an Bedingungen. So ist eine sichere Verbindung über ein Virtual Private Network (VPN) herzustellen und es muss ein Mobile Device Management System (MDM) verwendet werden. Hinzu kommen Vorgaben zum Nutzerverhalten, die einzuhalten sind. Den Hersteller aus Kalifornien hat die deutsche IT-Sicherheitsbehörde bislang nicht mit Samthandschuhen angefasst: In der Vergangenheit hatte das BSI immer wieder mal für Schlagzeilen gesorgt, wenn es vor Sicherheitsproblemen in Apples Betriebssystemen warnte.

Für die Zukunft haben Apple und das BSI vereinbart, neue Versionen von iOS und iPadOS regelmäßig zu prüfen. Auch soll es eine verstärkte Kooperation geben. Apple eröffnet die Freigabe neue Möglichkeiten, seine Geräte an Behörden in Deutschland zu verkaufen. Einkaufsentscheidungen sind dort vielfach daran geknüpft, dass Geräte bestimmten Sicherheitsstandards entsprechen müssen.

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(mki)