Bundesfahrplan eTaxi: 80 Prozent der Taxis sollen bis 2030 emissionsfrei werden

Der Bundesverband Taxi und Mietwagen hat einen Plan vorgelegt, wie bis 2030 rund 40.000 Taxen elektrisch werden könnten.

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Hier werden E-Autos zu Taxis umgerüstet.

(Bild: Intax)

Von
  • Andreas Wilkens

Der Bundesverband Taxi und Mietwagen strebt bis 2030 an, 80 Prozent seiner Flotte emissionsfrei fahren zu lassen. Das sind gut 40.000 Taxis. Bis 2025 soll ein Viertel der Fahrzeuge elektrifiziert sein. Insgesamt sollen die Taxen so 675.000 Tonnen CO2 jährlich einsparen.

Wie sich der Verband die emissionsfreie Personenbeförderung vorstellt, hat er nun in seinem " Bundesfahrplan eTaxi " (PDF) vorgelegt, den die kommende Bundesregierung in ihr Programm aufnehmen möge. Der Plan sieht vor, dass 2023 rund 4000 neue E-Taxis angeschafft werden, im Jahr darauf 5000 bis hin zu 7000 im Jahr 2026. 2027 soll die Branche 6000 und in den Jahren darauf jeweils 1000 weniger E-Taxis anschaffen.

Für die Finanzierung schlägt der Verband vor, dass der Staat anfangs jedes E-Taxi und E-Mietauto staatlich mit 15.000 Euro fördert, degressiv bis Ende 2030 mit 6000 Euro. Dabei argumentiert der Verband, dass ein Taxi in seinem Leben die achtfache Laufleistung eines privaten Pkw habe und jährlich durchschnittlich 8000 Personen befördere. Dadurch produziere ein Taxi aber auch mehr CO2.

Die Degression der Förderung führe dazu, dass jene, die schnell auf emissionsfreie Antriebe wechseln, mehr Geld vom Staat bekommt als jene, die später wechseln. Wenn mehr Förderanträge gestellt werden als vorgesehen, könne die Degression schneller ablaufen. Insgesamt rechnet der Verband mit einem Fördervolumen von 390 Millionen Euro über acht Jahre.

Abgesehen von den Fahrzeugen fordert der Taxiverband, dass die Ladeinfrastruktur gefördert wird. Bis zum Jahr 2030 solle es eine Strompreisgarantie geben mit einem maximalen Preis für 30 Cent/kWh beim AC-Laden und 50 Cent/kWh bei DC-Ladung.

Die Stadt Leipzig fordert seit Kurzem, dass ab sofort jedes zweite neu angeschaffte Fahrzeug im Gelegenheitsverkehr, also auch Taxis, batterieelektrisch, mit Wasserstoff betrieben oder als Plug-in-Hybrid fährt. So weit wollen andere Städte zurzeit nicht gehen, wie eine Nachfrage von heise online ergab. In Dresden ist zurzeit nichts derartiges wie in Leipzig geplant, heißt es von dort, auch nicht in Hannover. Die niedersächsische Landeshauptstadt macht jedoch Auflagen, zu welchem Prozentsatz eine Fahrzeugflotte aus E-Autos bestehen muss. Der Carpooling-Anbieter Moia verwendet zu 100 Prozent E-Autos.

Aus München heißt es, das Personenbeförderungsgesetz, auf das sich auch Leipzig bezieht, sei dem Landesrecht untergeordnet. Bisher gebe es in Bayern noch keine entsprechenden Vorgaben, allerdings hat sich die bayerische Landeshauptstadt bereits zu dem Thema mit dem zuständigen Ministerium ausgetauscht und erwarte eine Landesregelung. Auch die Stadt Essen wartet auf landesrechtliche Vorgaben, die es in Nordrhein-Westfalen noch nicht gibt. Im Land Bremen ist es Gegenstand der Haushaltsberatungen, ob und wie ein Förderprogramm für die Umstellung von Taxis entwickelt werden kann. In Hamburg gibt es bereits ein Förderprogramm für E-Taxis.

(anw)