Bundesnetzagentur: 5G-Netze über dem halben Land​

Die Regulierungsbehörde nimmt 5G-Netze in ihr Monitoring der Mobilfunkabdeckung auf. Den schnellen Ausbau verdanken Telekom und Vodafone dem Spectrum Sharing.

Lesezeit: 3 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 22 Beiträge
5G Symbolbild

(Bild: heise online/vbr)

Von
  • Volker Briegleb

Laut Daten der Bundesnetzagentur decken die 5G-Netze von O2, Telekom und Vodafone bereits gut die Hälfte des Bundesgebiets ab. Die Regulierungsbehörde hat ihre Übersicht der Mobilfunkabdeckung in Deutschland um 5G-Netze erweitert. Demnach sind auf 53 Prozent der Fläche eine 5G-Abdeckung von mindestens einem Netzbetreiber gegeben. Die aktuellen Daten wurden Ende Oktober erhoben.

Die Bundesnetzagentur unterscheidet bei der Darstellung der 5G-Abdeckung zwischen 5G auf den dafür versteigerten Frequenzen auf dem 3,6-GHz-Band und 5G mit Dynamic Spectrum Sharing (DSS). Den Großteil der Abdeckung in der Fläche erreichen die Netzbetreiber durch DSS. Dabei wird die auf Bestandsfrequenzen wie etwa 2,1 GHz vorhandene Bandbreite nach Bedarf zwischen 4G (LTE) und 5G aufgeteilt. Der 5G-Ausbau kann so schnell und mit vergleichsweise wenig Aufwand erfolgen.

Die Telekom und Vodafone haben mit DSS schnelle Ausbauerfolge auch auf dem Land erzielt. Beide Anbieter nutzen die 5G-Frequenzen bei 3,6 GHz vor allem in den Großstädten. Laut der Telekom erreicht ihr 5G-Netz bereits 87 Prozent der Bevölkerung, bei Vodafone sind es rund 42 Prozent. Vodafone will sein 5G-Netz bis 2023 vollständig auf 5G Standalone umstellen.

Telefónica Deutschland setzt DSS nicht großflächig ein, sondern baut das 5G-Netz für O2 zunächst in den Ballungsräumen mit dem ersteigerten Spektrum bei 3,6 GHz aus. Telefónica spricht von über 3600 aktiven Antennen auf 3,6 GHz und liegt in den Städten damit teilweise vor der Konkurrenz. Zudem setzt der Netzbetreiber an einigen Standorten auch 700-MHz-Spektrum für 5G ein. Bis Ende 2022 will Telefónica so die Hälfte der Bevölkerung abdecken.

Noch nicht berücksichtigt ist 1&1, das mit dem Aufbau seines eigenen Netzes bald beginnen will. Die United-Internet-Tochter hatte selbst 5G-Frequenzen ersteigert und weiteres Spektrum von Telefónica gemietet. Der Neuling will sein Netz auf Grundlage von Open RAN bauen und hat dafür den japanischen Rakuten-Konzern angeheuert. Kunden sollen das neue Netz erstmals 2023 nutzen können. Bis 2025 muss 1&1 mit seinem Netz rund ein Viertel der deutschen Haushalte abdecken.

Mit 4G (LTE) werden laut den Zahlen der Bundesnetzagentur gegenwärtig etwa 96 Prozent der Fläche versorgt. Die Netzbetreiber bauen hier auch noch weiter aus. Die Anfang des Jahres begonnene Abschaltung der 3G-Netze (UMTS) ist nach Angaben der Regulierungsbehörde nun fast abgeschlossen. Ende Oktober 2021 wurden demnach nur noch 13 Prozent der Fläche mit 3G versorgt. Telekom und Vodafone haben ihre 3G-Netze bereits im Sommer vollständig abgeschaltet. Telefónica wird diesen Schritt voraussichtlich Ende des Jahres vollzogen haben.

Die Abschaltung des 3G-Netzes habe sich "nicht negativ auf die Versorgungssituation ausgewirkt", betont die Regulierungsbehörde. Der Anteil der "weißen" und "grauen" Flecken mit keiner mobilen Internetversorgung oder nur einem Anbieter sei jeweils rückläufig. Der Flächenanteil von Funklöchern ohne jede Mobilfunkversorgung sei ebenfalls leicht zurückgegangen. Die dadurch frei werdenden Frequenzen werden für dann für 4G- und 5G-Netze eingesetzt.

(vbr)