Bundesnetzagentur: 83 Prozent der deutschen Verbraucher nutzen WhatsApp & Co.

Deutsche Verbraucher nutzen gerne OTT-Kommunikationsdienste. Bei der Telefonie mag man es aber eher klassisch, sagt eine Umfrage der Bundesnetzagentur.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 241 Beiträge

(Bild: Shutterstock/AlexandraPopova)

Von

Rund 83 Prozent der Verbraucher in Deutschland benutzen regelmäßig Kommunikationsdienste wie WhatsApp, Skype und Threema – vor allem die Jüngeren. Das geht aus dem Bericht "Nutzung von OTT-Kommunikationsdiensten in Deutschland" der Bundesnetzagentur hervor, der am Freitag veröffentlicht wurde. Der zugrundeliegenden repräsentativen Verbraucherumfrage zufolge gehören die drei beliebtesten OTT-Dienste (Over-the-Top) zum Facebook-Konzern. Klassische Kommunikation in Form von Festnetz- und Mobilfunktelefonie hätten jedoch noch längst nicht ausgedient.

Die OTT-Kommunikationsdienste werden vor allem von jungen Menschen genutzt, wie aus dem Bericht der Bundesnetzagentur hervorgeht. In den Altersgruppen 16 bis 24 Jahre und 25 bis 34 Jahre haben sie einen Anteil von je 98 Prozent. Auch die 35- bis 44-Jährigen nutzen noch zu 96 Prozent WhatsApp & Co. Mit zunehmendem Alter sinkt jedoch die Nutzung dieser Dienste: In der Altersklasse zwischen 45 und 54 Jahren sind es nur noch 88 Prozent, zwischen 55 und 64 Jahre 80 Prozent. Bei Verbrauchern zwischen 65 bis 74 Jahre sinkt der Anteil bereits deutlich auf 69 Prozent ab, Älteste ab einem Alter von 75 Jahre nutzen sie nur noch 43 Prozent.

Die beliebtesten Dienste sind der Verbraucherumfrage nach WhatsApp (96 Prozent), Facebook Messenger (42 Prozent) sowie Instagram (30 Prozent). Diese Kommunikationsdienste gehören allesamt zum Facebook-Konzern, stellt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur fest. Erst danach folgen auf den weiteren Plätzen Skype (18 Prozent), Snapchat (12 Prozent) und Telegram (10 Prozent). Weitere Angebote wie beispielsweise Apples FaceTime und iMessage liegen mit einer Nutzung von 9 Prozent und 8 Prozent niedriger. Google Messages, Threema und Signal mit 4 Prozent folgen bereits abgeschlagen weit hinten. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem Versand von Text- und Bildnachrichten (95 Prozent). Lediglich 48 Prozent benutzen regelmäßig Internettelefonie. Andere Funktionen werden deutlich seltener genutzt.

Der überwiegende Teil der Verbraucher verlässt sich mit rund 35 Prozent auf einen einzelnen OTT-Kommunikationsdienst. Der Anteil der Menschen, die Multihoming betreiben, also mehr als einen der Dienste benutzen, beträgt 65 Prozent. Rund 24 Prozent kommunizieren über zwei Dienste, drei Dienste nutzen nur noch 18 Prozent, immerhin 11 Prozent greifen auf vier Dienste zurück, auf fünf Dienste 12 Prozent.

Aus dem Bericht geht hervor, dass die zunehmende Verbreitung der OTT-Kommunikation dafür gesorgt hat, dass das Kommunikationsvolumen zunimmt. 62 Prozent der Befragten antworteten auf die Frage, ob sie durch das Hinzukommen von OTT-Kommunikationsdiensten mehr kommunizieren würden, zu 25 Prozent mit "deutlich mehr als vorher" und zu 36 Prozent mit "mehr als vorher". 34 Prozent würden nicht mehr kommunizieren, zusammen 4 Prozent "etwas weniger als vorher" und "deutlich weniger als vorher".

Das Telefonieren über Festnetz und mit dem Mobiltelefon hat aber noch längst nicht ausgedient, heißt es. Im Gegenteil: Rund 75 Prozent der Verbraucher telefonieren mit dem Mobiltelefon, 59 Prozent über Festnetz. Internet-Telefonie über einen der OTT-Dienste ist weniger und nur bei 22 Prozent der Befragten beliebt. So können sich 74 Prozent nicht vorstellen, auf die klassische Mobilfunktelefonie zu verzichten. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass OTT-Dienste zwar beispielsweise die SMS ersetzen, die Verbraucher es beim Telefonieren aber weiterhin klassisch mögen.

Für die repräsentative Verbraucherbefragung hat das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Info GmbH Ende 2019 im Auftrag der Bundesnetzagentur 2210 Personen befragt.

(olb)