Bundesverband E-Mobilität: VDA hysterisiert Diskussion über Verbrenner-Verbot

Die Präsidentin des Verbands der Autohersteller hatte Fahrverbote für Verbrenner als "Enteignung" bezeichnet. Die Elektroauto-Lobby hält nun dagegen.

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Für Verbrenner-Autos gab es in Deutschland bisher keine bundesweiten Fahrverbote.

(Bild: dpa / Marijan Murat)

Von
  • Andreas Wilkens

VDA-Präsidentin Hildegard Müller meinte dieser Tage zur Funke Mediengruppe, Fahrverbote für Autos mit Verbrennungsmotoren seien "nichts anderes als eine Enteignung". Der Präsident des Bundesverbands eMobilität, Kurt Sigl, erwidert darauf nun, "die Hysterisierung der Diskussion bringt keinen weiter".

"In der Sache geht es bei den Verbrennern um ein Neu-Zulassungsverbot, so wie es zahlreiche unserer EU-Nachbarn bereits beschlossen haben", erläutert Sigl in einer Mitteilung seines Verbands, dem auch Autohersteller wie Opel, e.Go, Kia oder Nissan angehören. Die Beharrlichkeit des VDA sei sturköpfig, noch dazu, da just der Bericht des Weltklimarats vorgestellt worden sei, laut dem Klimaschäden und deren Folgekosten die Allgemeinheit nachweisbar teuer zu stehen kämen.

"Sollte wirklich ernsthaft jemand ein Fahrverbot erhalten, weil er in ein paar Jahren aus finanziellen Gründen sein Verbrennerauto nicht gegen ein Elektroauto eintauschen kann, bekommen wir ein gewaltiges soziales Problem", hatte Müller den Zeitungen der Funke Mediengruppe gesagt. Stigl betonte, "wenn wir über Verbote nachdenken wollen, sollte das aktive Inverkehrbringen von Verbrennerfahrzeugen in den Fokus genommen werden".

Fahrverbote für Verbrenner wurden 2018 zu einem großen Thema; allerdings ging es nicht um generelle, sondern lokal eingegrenzte Verbote in deutschen Städten wegen nicht eingehaltener Luftreinhaltungsgrenzwerte. Einige Länder wie China oder Frankreich hegen derweil Pläne, keine Neuwagen mit Verbrennungsmotor mehr zuzulassen, Großbritannien beispielsweise ab 2030. Für Deutschland gibt es solche Pläne noch nicht.

Die wichtigsten E-Autos (54 Bilder)

Audi Q4 e-tron

(Daten, Stand: 14.09.21)


Spitzenleistung 125 - 220 kW

Dauerleistung 70 bzw. 77 kW

Batteriekapazität brutto/netto 55/51,5 kWh (Q4 e-tron 35) bzw. 82/76,6 kWh

max. Ladeleistung Wechselstrom 7,2 kW (e-tron 35) bzw. 11 kW

max. Ladeleistung Gleichstrom  110 kW (Q4 e-tron 35) bzw. 125 kW


Reichweite (WLTP)  306 km (e-tron 35 min.) bis 521 km (e-tron 40 max.)


Stromverbrauch (WLTP kombiniert) 17,0 (e-tron 35 min.) bis 21,3 kWh/100 km (e-tron 45 u. 50 quattro max.)


Höchstgeschwindigkeit: 160 (Modelle mit Hinterradantrieb) bzw. 180 km/h (quattro-Modelle)


Kofferraumvolumen: 520 - 1490 Liter


Grundpreise (brutto, Stand: 29.07.21): 41.900 bis 53.600 Euro
(Bild: Audi )

In seinem neuesten Bericht, der am Montag vorgestellt wurde, führt der Weltklimarat die Folgen der menschengemachten Erderwärmung drastischer vor Augen als je zuvor. Wenn die Treibhausgas-Emissionen nicht sehr schnell heruntergefahren werden, werde das Ziel nicht erreicht, die Erwärmung auf unter 2° über vorindustriellem Niveau zu begrenzen.

(anw)