Bundesweite Steuerung von Autobahn-Leitsystemen

Bisher pflegte jedes Bundesland seine Autobahn-Leitsysteme eigenständig. Künftig wird der Verkehr auf Autobahnen bundesweit koordiniert.

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(Bild: Siemens AG)

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In Dresdens bisheriger Tunnelleitstelle entsteht derzeit eine von bundesweit zwei Schaltzentralen für die „intelligente Autobahn“. Ab Anfang des nächsten Jahres soll ein bundesweit elektronisches Leitsystem auf Deutschlands Autobahnen für weniger Staus und mehr Sicherheit sorgen.

Anders als bisher sollen die Leitsysteme auf Autobahnen nicht mehr von jedem Bundesland einzeln gesteuert werden. In der Vergangenheit war es oft so, dass Autofahrer direkt in einen Stau geschickt wurden, der hinter einer Landesgrenze lag. Das soll künftig besser koordiniert werden. Gemeinsam mit einer Zentrale (Network Operation Center) in Frankfurt am Main sollen 189 Autobahnmeistereien und jeweils rund 40 Verkehrsleitzentralen und Außenstellen digital miteinander vernetzt werden.

Ziel ist eine bundesweite Verkehrssteuerung, die von zwei Standorten aus geleitet wird. In Dresden werden dafür 34 Mitarbeiter beschäftigt, in Frankfurt am Main 12 Fachkräfte. Dresden hatte sich in einem bundesweiten Wettbewerb gegen zahlreiche Konkurrenten durchgesetzt. Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) sprach von einer langen Vorarbeit, Sachsen sei beim Thema Digitalisierung ganz vorn dabei.

Entwickelt wird das elektronische Leitnetz vom sächsischen Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Grundlage ist ein bundesweites Glasfasernetz, das enorme Mengen von Daten gleichzeitig übertragen kann. „Dann werden wir erstmals bundesweit Datenkabel haben, die neben den 13.000 Kilometern Autobahn verbaut und miteinander verbunden sind“, so Bundesverkehrsminister Scheuer. Das Netz soll ab Ende September betriebsbereit sein und am 1. Januar 2021 offiziell an den Start gehen. Rund 35 Millionen Euro fließen in den Aufbau.

Verkehrsleitsystem gibt es in Deutschland schon seit geraumer Zeit. Vor rund 25 Jahren ging die erste Verkehrsleitzentrale in Sachsen ans Netz. Ein System, das sich seither bewährt hat: Autofahrer werden nicht nur auf Gefahren wie Unfälle, Nebel oder Glätte hingewiesen. Das variable Tempolimit wird, wie Befürworter betonen, auch viel eher akzeptiert.

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(mfz)