CD Projekt: Interne Daten kursieren nach Cyberangriff im Netz

Bei einem Cyberangriff im Februar wurden Quellcode und interne Daten von CD Projekt erbeutet. Nun kursieren sie im Internet, bestätigte der Publisher.

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(Bild: CD Projekt)

Von
  • Daniel Herbig

Die im Februar von unbekannten Hackern erbeuteten Dokumente des Spieleunternehmens CD Projekt kursieren im Netz. Das erklärte der polnische Publisher am Donnerstagabend. "Wir können die genauen Inhalte der Daten noch nicht bestätigen, glauben aber, dass sie neben spielbezogenen Daten auch Details zu aktuellen und früheren Angestellten sowie Vertragspartnern umfassen", schrieb CD Projekt in einer Mitteilung.

Die Daten waren im Februar bei einem Cyberangriff auf CD Projekt erbeutet worden. Die unbekannten Angreifer wollten CD Projekt mit den gestohlenen Dokumenten erpressen, das Unternehmen verweigerte allerdings die Zahlung. Im Anschluss wurden die Daten, zu denen auch Quellcode von "Cyberpunk 2077" zählt, im Netz versteigert.

In dem Statement warnt CD Projekt vor dem Download der Daten: Man könne nicht sicher sein, ob sie in der Zwischenzeit manipuliert wurden. Die Spielefirma arbeitet unter anderem mit der polnischen Polizei, Interpol und Europol zusammen, um die Verantwortlichen für den Angriff aufzuspüren und die Folgen einzudämmen.

CD Projekt muss seit dem Launch von "Cyberpunk 2077" turbulente Zeiten erleben: Das Spiel war wegen technischer Mängel stark in die Kritik geraten, der Aktienkurs stürzte nach der Veröffentlichung ein. Es folgte der Ransomware-Angriff im Februar. Die Bekanntgabe enttäuschender Geschäftszahlen im Juni ließ den Kurs des Unternehmens weiter sinken, mehrere Aktionäre wollen einem Bloomberg-Bericht zufolge die Geschäftsführer von CD Projekt absetzen.

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Entwickler und Publisher von Videospielen werden mit zunehmender Häufigkeit Ziel von Cyberattacken. Ende 2020 wurde das japanische Games-Unternehmen Capcom von Hackern angegriffen, die unter anderem Daten von 350.000 Nutzerinnen und Nutzern erbeuteten. Am Donnerstagabend gestand außerdem der US-Publisher Electronic Arts einen Angriff auf seine Server ein, bei dem laut EA insgesamt 780 GByte an Software und Quellcode gestohlen wurden.

(dahe)