CD Projekt: Kosten für "Cyberpunk 2077" drücken auf die Finanzen

Die anhaltende Arbeit an "Cyberpunk 2077" hemmt die Geschäftszahlen des polnischen Studios CD Projekt. Auch die Plattform GOG ist ein Sorgenkind.

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(Bild: CD Projekt)

Von
  • Daniel Herbig

Die aktuellen Geschäftszahlen des polnischen Spieleunternehmens CD Projekt bleiben hinter den Erwartungen zurück: Während der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 40 Prozent anstieg, schrumpfte der Gewinn um 30 Prozent auf umgerechnet knapp 3,5 Millionen Euro.

Laut Finanzchef Piotr Nielubowicz ist der verringerte Umsatz vorrangig auf die anhaltende Arbeit an "Cyberpunk 2077" zurückzuführen: Das Action-Rollenspiel wird seit seinem Marktstart im Dezember des vergangenen Jahres aktiv von einem großen Entwicklungsteam gepflegt. Das Spiel war in einem desaströsen technischen Zustand auf den Markt gekommen; seitdem arbeitet CD Projekt Red an Patches – laut Nielubowicz schlägt sich das negativ auf den Profit aus.

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Aktuell werkelt CD Projekt außerdem an den Next-Gen-Versionen von "Cyberpunk 2077", die 2022 auf den Markt kommen sollen. Zuvor hatte das polnische Studio Januar 2021 angepeilt, diesen Plan im Oktober dann aber öffentlich aufgegeben. Eine Infografik aus einer Präsentation für Analysten zeigt zudem, dass die Arbeit an Erweiterungen für "Cyberpunk 2077" intensiviert werden soll. Dafür soll das Team, das für die Verbesserung des Kernspiels verantwortlich ist, verkleinert werden. Zuletzt verkaufte sich "Cyberpunk 2077" wegen eines Preisnachlasses bei der Spieleplattform Steam wieder stärker.

Das Entwicklungsteam, das "Cyberpunk 2077" aktiv verbessert, wurde zuletzt verkleinert. Dafür soll die Arbeit an Erweiterungen für das Action-Rollenspiel intensiviert werden.

(Bild: CD Projekt)

Ein Strategiewechsel steht auch bei CD Projekts Store-Plattform GOG an: Das Abschneiden von GOG sei eine Herausforderung, sagte Nielubowicz im Gespräch mit Analysten. Im dritten Quartal machte GOG demnach einen Verlust von umgerechnet einer Million Euro.

In Zukunft soll sich GOG daher verstärkt auf das Kerngeschäft konzentrieren, sagte Nielubowicz im Investorengespräch. Auf der Plattform sollen künftig ausgewählte Titel ohne DRM zur Verfügung gestellt werden. Was genau CD Projekt bei GOG umbauen möchte, blieb dabei aber offen. Nielubowicz erklärte, das Team der Store-Plattform solle umstrukturiert werden.

GOG startete als Plattform für DRM-freie, ältere Titel, die für moderne Systeme kompatibel gestaltet wurden. In den vergangenen Jahren hat sich die Plattform, die einst "Good old Games" hieß, aber zu einem umfassenderen Store für PC-Spiele gewandelt, der mit Steam und dem Epic Games Store konkurriert.

(dahe)