COVID-Zertifikat: EU-Schnittstelle für digitalen Impfnachweis ist online

Das Gateway, mit der Zertifikate für Impfungen gegen COVID-19 sowie Tests grenzüberschreitend überprüft werden können, ist nun in Betrieb.

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Injektion wird in Muskel eines Oberarms verabreicht

(Bild: Andrey_Popov/Shutterstock.com)

Von
  • Stefan Krempl

Seit Dienstag können die geplanten digitalen COVID-Zertifikate in der EU grenzüberschreitend kontrolliert werden. Die dafür benötigte europäische Schnittstelle läuft laut EU-Kommission bereits. Mit Deutschland, Bulgarien, Tschechien, Dänemark, Griechenland, Kroatien und Polen haben sieben Mitgliedsstaaten angekündigt, sich umgehend mit dem System zu verbinden. Sie könnten bereits damit beginnen, entsprechende Nachweise auszugeben und gegenseitig anzuerkennen.

Die zunächst als "grünes digitales Zertifikat" betitelte Bescheinigung soll belegen, dass die Inhaber gegen das Coronavirus geimpft sind, negativ mit der PCR- oder Antigen-Methode getestet wurden oder von einer COVID-19-Erkrankung genesen sind. Ausgestellt wird das Zertifikat mit QR-Code in elektronischer Form oder auf Papier. Bei einer Überprüfung werden keine personenbezogenen Daten ausgetauscht oder gespeichert.

Seit dem 10. Mai haben nach Angaben der Kommission 22 Länder das Gateway getestet. Die Verordnung für den Nachweis, auf die sich die Verhandlungsführer der Mitgliedsstaaten und des EU-Parlaments jüngst geeinigt haben, wird ab 1. Juli angewandt. Auf freiwilliger Basis können alle EU-Länder, die die technischen Tests bestanden haben, das System ab sofort nutzen.

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Mit der Inbetriebnahme sind die Vorbereitungsarbeiten auf EU-Ebene abgeschlossen. Die Schnittstelle haben T-Systems und SAP auf Basis technischer Spezifikationen des europäischen E-Health-Netzwerks eingerichtet. Sie wird im Rechenzentrum der EU-Kommission in Luxemburg gehostet.

Die für die Verifizierung benötigten Signaturschlüssel sind auf nationalen Servern gespeichert. In Deutschland sollen Nutzer der CovPass-App und der Corona-Warn-App den COVID-Nachweis erbringen können. Laut Berichten ist das Verfahren für einen Übertrag der analogen Impfbestätigung aus dem bisherigen WHO-Ausweis in das digitale Zertifikat anfällig für Fälschungen. Die Kommission hat zudem eigene Referenzsoftware und weitere Apps für die Verarbeitung der digitalen Nachweise entwickelt und auf GitHub veröffentlicht.

(ds)