COVID-Zwangspause macht Boeing-737-Triebwerke anfällig

Viermal sind Boeing-737-Triebwerke im Flug ausgefallen. COVID-bedingtes Parken führte zu Korrosion. Mit den 737 Max hat das nichts zu tun, die haben Flugverbot.

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Modell einer Boeing-737-800 von Alaska Airlines. Die Fluggesellschaft hat einen Triebswerksausfall mit glimpflichem Ausgang bestätigt.

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

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  • Daniel AJ Sokolov

Boeing-737-Maschinen, die eine Woche oder länger nicht geflogen sind, müssen zu einer Sonderinspektion. Das schreibt die US-Luftfahrtbehörde FAA in einer Notanordnung vor. Grund ist, dass ein Ventil im Triebwerk anfällig für Korrosion ist und nach längerer Betriebspause steckenbleiben kann. Dann fällt das Triebwerk aus.

Das ist bereits passiert: Der FAA liegen vier Berichte über 737-Triebwerke vor, die während des Fluges ausgefallen sind. Glücklicherweise funktionierte stets das andere Triebwerk noch, sodass die Piloten sicher landen konnten. So ist niemand zu Schaden gekommen. Sollte das Problem an beiden Triebwerken einer Boeing 737 auftreten, würde das eine "Landung abseits eines Flughafens erzwingen", wie es die FAA technisch formuliert.

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Betroffen sind die Boeing-737-Modelle -300, -400 und -500, sowie die Boeing-737-NG-Modelle -600, -700, -700C, -800, -900 und -900ER. Deren Triebwerke stammen von CFM International, einem französischen Joint Venture von General Electric und Safran. Eine Ausnahme macht die Behörde: Hat ein Flugzeug seit Wiederinbetriebnahme bereits zehn Flüge problemfrei absolviert, hat es die Tauglichkeit des Ventils praktisch unter Beweis gestellt. Damit kann die Inspektion des Ventils unterbleiben.

Im Zuge der Coronavirus-Pandemie ist die Luftverkehrsnachfrage drastisch eingebrochen. Daher wurden Flugzeuge in aller Welt stillgelegt. Alleine in den USA mussten 2.000 Boeing 737 geparkt werden. Die ungewöhnliche Betriebspause erhöht bei dem Ventil das Korrosionsrisiko.

Von der Notanordnung nicht erfasst sind Boeings 737-Max-Flugzeuge. Nach zwei katastrophalen Abstürzen unterliegen 737 Max seit März 2019 einem weltweiten Flugverbot. Hersteller wie Fluggesellschaften hoffen, diese Flugzeuge noch dieses Jahr wieder in Betrieb nehmen zu können. Nach zahlreichen Verbesserungen haben vor einigen Wochen 737-Max-Testflüge für eine erneute Freigabe begonnen.

(ds)