CSAM-Scanning: Britische Innenministerin fordert Apple zur Umsetzung auf

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bedrohe die öffentliche Sicherheit, so die Innenministerin. Es bedürfe technischer Lösungen – wie die von Apple vorgeschlagene.

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(Bild: lisyl/Shutterstock.com)

Von
  • Leo Becker

Apples Pläne zur Einführung einer weithin kritisierten Foto-Überprüfungsfunktionen auf iPhones erhalten Rückendeckung aus dem britischen Innenministerium. IT-Konzerne und Betreiber sozialer Netzwerke dürfen es nicht zulassen, dass "schädliche Inhalte" über ihre Plattformen verbreitet werden, erklärte die britische Innenministerin Priti Patel.

Besonders Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sei "eine große Herausforderung für die öffentliche Sicherheit" und führe zu "Blindheit" sowohl bei den Dienstbetreibern als auch bei Strafverfolgern – und ermögliche so auch Verbrechen wie den sexuellen Missbrauch von Kindern.

Für dieses "technische Problem" suche man eine "technische Lösung", wie sie etwa Apple jüngst mit den ursprünglich für iOS 15 angekündigten Funktionen zum Kinderschutz unterbreitet hat, schreibt Patel in einem Meinungsbeitrag für die Zeitung The Telegraph. Apples Filtertechnik für Missbrauchsfotos habe eine sehr niedrige Falsch-Positiv-Rate und schütze so "die Privatsphäre gesetzestreuer Nutzer", erwische zugleich aber Täter mit großen Sammlungen von Missbrauchsmaterial (Child Sexual Abuse Material – CSAM). Apple müsse das Projekt "durchziehen".

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung dürfe die Tür für Kindesmissbrauch nicht weiter öffnen, führt die Innenministerin ins Feld – auch unter Verweis auf Facebooks Pläne, die Kommunikation über Facebook Messenger besser abzusichern. "Übertriebene Vorwürfe aus bestimmten Ecken", dass es Regierungen nur darum gehe, unschuldige Bürger auszuspionieren, seien "einfach nicht wahr".

Ein "Safety Tech Challenge Fund" in Höhe von umgerechnet knapp 100.000 Euro solle die Entwicklung weiterer Technik fördern, die Kinder auf Plattformen mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt, so die Innenministerin. Rufe nach einer Hintertür für Krypto-Messenger sind seit Langem aus dem britischen Innenministerium zu hören, schon Patels Vorgängerin forderte vehement Einsicht in verschlüsselte Nachrichten für Strafverfolger.

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Apple hatte ursprünglich angekündigt, einen Nacktbildfilter in iMessage (mit Eltern-Benachrichtigungsfunktion) zu integrieren sowie iCloud-Fotos auf bekanntes Missbrauchsmaterial zu prüfen – die Erkennung sollte lokal auf dem Gerät erfolgen. Nach erheblicher Kritik von unterschiedlichsten Seiten hat Apple die Umsetzung des Projektes aufgeschoben, man wolle nun erst Input sammeln und das System verbessern. Bürgerrechtler wie die EFF fordern weiterhin, dass der Konzern die geplanten Funktionen komplett einstampft. (lbe)