Calibre 5.0.1: E-Book-Verwaltung schafft den Sprung auf Python 3

Der Entwickler von Calibre hat deren ausufernden Code auf Python 3 portiert und unterstützt Hervorhebungen, hat ein dunkles Thema und eine bessere Suche.

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(Bild: Proxima Studio/Shutterstock.com)

Von
  • David Wolski

Der Umbau des Quellcodes von Calibre war über zwei Jahre in der Mache und ist nun mit der Version 5.0.1 der freien und plattformübergreifenden E-Book-Verwaltung abgeschlossen, wie die Release Notes verkünden. Calibre galt mit seiner stolzen Codebasis von 500.000 Zeilen, als einer der letzten großen, aktiv entwickelten Open-Source-Programme, die noch bei Python 2.7 verharrten. Auch auf den ausdrücklichen Wunsch des Entwicklers, der sich noch 2017 gegen alle Anregungen sträubte, mit der Portierung des Quellcodes allmählich anzufangen.

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Jetzt ist die Zeit für Programme und Bibliotheken, die in Python 2.7 geschrieben wurden aber endgültig abgelaufen und auch Calibre musste den Wechsel auf die neue, nicht ganz kompatible Python-Version vollziehen. Denn Linux-Distributionen wie Debian entfernen in den kommenden Ausgaben das alte Python 2.7 komplett und Fedora hat diesen Schritt bereits abgeschlossen. Unterstützung bekam Calibre bei der Umstellung auf das aktuelle Python in den letzten Jahren von zwei Mitstreitern, die den ursprünglichen Entwickler schließlich von der Notwendigkeit und Machbarkeit einer Portierung überzeugten.

Anwender sollen von den Änderungen im Hintergrund aber in Calibre 5.0.1 nichts mitbekommen. Es gibt lediglich einige externe, schon länger nicht mehr gewartete Plug-ins, die im neuen Calibre nicht mehr funktionieren. Eine Liste in einem Support-Forum zur E-Book-Verwaltung zeigt, welche Plug-ins bereits in Calibre 5.0.1 laufen und auf welche Anwender vorerst noch verzichten müssen.

Neben den internen Umbauarbeiten liefert Calibre 5.0.1 solide Verbesserungen auf seiner Oberfläche, die in der Linux-, Windows und mac-OS-Ausgabe des Open-Source-Programms schon länger auf Qt 5 basiert. Der E-Book-Reader zeigt nun auch Texte mit einer Schreibrichtung von rechts nach links und von oben nach unten korrekt an. Textabschnitte in E-Books sind jetzt markierbar, wobei Calibre die Markierungen an zwei unterschiedlichen Stellen speichert: Einmal in der EPUB-Datei und ein zweites Mal in der Bibliothek. Der neue Menüpunkt "Browse annotations" präsentiert unterhalb von "Bücher öffnen" alle Markierungen und ruft die Stelle im E-Book per Klick wieder auf. Die Markierungsfunktion steht sogar in der Browser-Ansicht zur Verfügung, die der mitgelieferte Calibre-Server für den Netzwerkzugriff auf die Bibliothek bereitstellt.

Die erweiterte Suche beherrscht reguläre Ausdrücke sowie exakt angegebene Wortgruppen und Suchergebnisse erscheinen jetzt nach Kapiteln geordnet. Ein neuer "Dark mode" kleidet die Oberfläche in ein dunkles, kontrastreiches Gewand und folgt unter Windows den übergreifenden Betriebssystemeinstellungen. Unter Linux ist es derweil noch nötig, den "Dark mode" mit der Umgebungsvariable "CALIBRE_USE_DARK_PALETTE=1" zu aktivieren.

Calibre 5 – E-Book-Verwaltung schafft den Sprung auf Python 3 (6 Bilder)

Calibre

(Bild: Screenshot)

Calibre steht unter der GNU General Public License 3 und kommt mit den unterschiedlichsten E-Book-Formaten zurecht, öffnet ohne externe Plug-ins in der Bibliothek zur Vorschau aber nur Bücher ohne DRM-Techniken. Kopiergeschützte E-Books kann Calibre aber immerhin verwalten und auf angeschlossene Reader übertragen. Auf der Projekt-Website steht bereits Calibre 5.0.1 mit einigen eilig nachgereichten Bugfixes für Linux, Windows und macOS zum Download bereit, wobei es sich bei der Linux-Ausgabe um ein BASH-Script mit Installer handelt, der das Binärpaket herunterlädt und unter /opt einrichtet. Für Windows gibt es eine portable Version, die ohne Installation auskommt und so beispielsweise von einem USB-Stick samt Bibliothek aus laufen kann.

(bme)