"Call of Duty": Nicht-Cheater werden für Cheater unsichtbar und unhörbar

Das Anti-Cheat-Team von Activision hat eine weitere Methode bestätigt, um Cheatern den Spaß zu verderben. Umgesetzt wird sie jetzt in einem weiteren Spiel.

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(Bild: Activision Blizzard)

Die Anti-Cheat-Abteilung von Activision Blizzard hat eine weitere Methode vorgestellt, um das Betrügen in Multiplayerspielen zur frustrierenden Erfahrung zu machen. Bemerkt das System, dass Spieler oder Spielerinnen Cheats einsetzen, werden ihre Gegnerinnen und Gegner vom Spiel unsichtbar und unhörbar gemacht – auch die virtuellen Kugeln werden versteckt. Sie dürfen aber weiterspielen. Das für den Kampf gegen Cheats verantwortliche "Team Ricochet" nennt die Technik "Cloaking" und kündigt gleichzeitig an, dass sie nicht nur in "Call of Duty Warzone" sondern auch "Call of Duty Vanguard" umgesetzt werden soll. Das gilt auch für den "Damage Shield" mit ähnlichem Ziel.

Erst im Februar hatte Activision Blizzard den eigenwilligen Umgang mit Cheats in "Call of Duty Warzone" vorgestellt. Spielerinnen und Spieler, die in dem Spiel auf Cheater treffen, bekommen automatisch einen Schild verpasst und sind vor Schaden geschützt. Schon zur Vorstellung dieses "Damage Shield" hatten Videos aus dem Spiel gezeigt, dass auch andere Methoden im Kampf gegen den Betrug zum Einsatz kommen – unter anderem das jetzt vorgestellte Verstecken. Mit den Maßnahmen möchte das Team nach eigenen Angaben die Auswirkungen von Cheats eingrenzen und trotzdem Daten dazu sammeln. Gleichzeitig versichert das Team noch, dass identifizierte Cheater von den Leaderboards entfernt würden.

Activision Blizzard hatte das Anti-Cheat-System Ricochet vergangenen Herbst angekündigt. Dazu gehört ein Team aus menschlichen Prüferinnen und Prüfern, Server-Algorithmen zur Cheat-Erkennung und einem Treiber, der unter Windows auf Kernel-Ebene laufen soll. Dieser Kernel-Treiber soll aufspüren, wenn sich andere Anwendungen oder Prozesse in "Call of Duty: Warzone" einspeisen möchten. Insgesamt wurden der Mitteilung zufolge in den vergangenen Wochen mehr als 140.000 Accounts wegen Cheating gesperrt. Weil sehr schnell neue Accounts angelegt werden können, setzen die Anbieter auf andere Maßnahmen, um Cheatern den Spaß zu verderben.

Mittlerweile setzen viele Mehrspieler-Titel auf solche Kernel-Treiber, um ihr Spielgeschehen beispielsweise vor Wallhacks und Aimbots abzusichern. Dazu gehören unter anderem "Valorant", "PUBG" und "Apex Legends". In den jeweiligen Communities werden solche Anti-Cheat-Systeme regelmäßig diskutiert: Einerseits bieten sie besseren Schutz vor Schummlern als andere Anti-Cheat-Maßnahmen, andererseits sorgen die umfassenden Zugriffsrechte auf Kernel-Ebene für Skepsis. Das von Denuvo entwickelte Anti-Cheat-Programm war von "Doom Eternal"-Spielern so scharf kritisiert worden, dass die Entwickler es nachträglich entfernten.

(mho)