Canonical stelllt kostenlose Ubuntu-Appliances mit OpenHAB, Plex und Co. bereit

Canonical erweitert das Ubuntu-Portfolio um Appliances beliebter Anwendungen. OpenHAB, Plex und andere starten auf Raspi oder NUC mit wenigen Klicks.

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(Bild: Ubuntu)

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Appliances erfreuen sich bei Kunden wie Anbietern gleichermaßen hoher Beliebtheit. Der Kunde freut sich, weil er eine schlüsselfertige Lösung bekommt und selbst wenig Aufwand damit hat. Der Anbieter ist glücklich, weil er für die Umgebung seines Produkts enge Vorgaben definieren kann und deshalb im Nachgang weniger Support-Aufwand anfällt.

Nun springt auch Canonical auf den Appliance-Zug auf: Künftig bietet die Firma Appliances auf Basis der eigenen Linux-Distribution Ubuntu an, über die sich etliche beliebte Anwendungen in Windeseile ausrollen lassen. Den Anfang machen fünf durchweg kostenlos verfügbare Appliances für die von Canonical zertifizierten Plattformen Raspberry Pi und Intel NUC. Ubuntu in der aktuellen LTS-Version bildet jeweils das technische Fundament.

Derzeit sind lediglich Appliance-Ausgaben für von Canonical empfohlene und zertifizierte Hardware zum Download verfügbar. Beschreibungen im Appliance-Bereich der Ubuntu-Website lassen aber vermuten, dass sich zu den Downloads für Raspi, NUC und VM später noch weitere Varianten, etwa für Standard-x86_64-Systeme, gesellen könnten. Unter anderem ist dort von "kostenlosen Appliances für Ihren PC or Raspberry Pi" die Rede.

Eine Übersicht über die bislang verfügbaren Appliances bietet ein Ubuntu-Blogeintrag zum Appliance-Portfolio. Die Appliances möchte Canonical nur als Grundlage verstanden wissen: Mittels des Snap-Paketformats können Nutzer sie um weitere Funktionen erweitern.

Die Appliance openHAB richtet sich an Heimautomatisierer und spielt Schaltzentrale für smarte Lampen, zentral steuerbare Heizungen und andere Bauteile der Heimautomatisierung. Der Plex Medienserver bietet Mediendateien aus Online-Bibliotheken oder von lokalen Festplatten für das Streaming im lokalen Netz an.

NextCloud baut Anwendern eine kleine private Cloud inklusive Smartphone-Client, Groupware und anderen Diensten. Gegen unerwünschte Werbung und durch sie verteilte Malware wappnet die AdGuard-Appliance den Nutzer. Etwas spezieller ist die Mosquitto-Appliance, die einen MQTT-Broker zur Verfügung stellt. MQTT ist ein Protokoll für den Austausch von Metrik- und Telemetriedaten, das vor allem bei der Kommunikation zwischen Maschinen (M2M) zum Einsatz kommt.

Jede Appliance kann vor der Installation in einer virtuellen Maschine ausprobiert werden – mit Canonicals Multipass, einem VM-Manager, der gleichermaßen auf Linux-, Windows- und macOS-Systemen läuft. Die hierzu notwendigen Schritte beschreibt eine Multipass-Anleitung für Ubuntu-Appliances.

Für den anschließenden produktiven Einsatz stehen fertige Festplattenabbilder bereit. Der Nutzer durchläuft keine klassische Ubuntu-Installation. Das Image enthält den vorkonfigurierten Dienst, Parameter wie die Netzwerkkonfiguration lassen sich allerdings an lokale Begebenheiten anpassen.

"Grab a spare board, PC or NUC": Die Aufforderung liest sich, als könnten demnächst Images für weitere Plattformen folgen.

(Bild: Screenshot / ubuntu.com)

(ovw)