Carrier Aggregation: Telefónica bündelt Frequenzen auch bei 5G​

Das 5G-Netz von O2 macht Fortschritte. Der Netzetreiber führt an seinen 5G-Standorten jetzt auch Trägerbündelung ein. Im Sommer soll 5G Standalone folgen.

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  • Volker Briegleb

Der Netzbetreiber Telefónica Deutschland setzt in seinem 5G-Netz nun auch Frequenzbündelung ein. Als Erstes kommt die sogenannte "Carrier Aggregation" an einem Antennenstandort in München in der Nähe der Konzernzentrale zum Einsatz, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Hier werden Frequenzen im 3,6-GHz- und 1,8-GHz-Band gebündelt. Weitere Standorte sollen "zeitnah" folgen.

"Wir arbeiten kontinuierlich an der Weiterentwicklung von 5G, um unseren Kunden schnellstmöglich das volle Potential von 5G anbieten zu können. Dabei ist Carrier Aggregation ein wichtiger Schritt, den wir als erster Netzbetreiber in Deutschland gegangen sind", erklärt CTO Mallik Rao.

Mit Frequenzbündelung können die Netzbetreiber ihren Kunden einen höheren Datendurchsatz anbieten. Die Faustregel lautet: Je breiter ein Funkband ist, desto schneller kann es Daten transportieren. Schon bei der Weiterentwicklung von LTE setzen die Mobilfunkanbieter auf Trägerbündelung, um hohe Datenraten zu erreichen. Theoretisch sind mit LTE-A ("Advanced") so 1 Gbit/s und mehr drin – vorausgesetzt, das nötige Spektrum ist vorhanden.

Deutsche Netzbetreiber bieten mit ihren Standardverträgen LTE mit 200 bis 500 Mbit/s an. Dafür bündeln sie mehrere 20 MHz breite Träger. Bei LTE-A sind in der Regel bis zu 100 Mhz Systembandbreite drin, also fünf solcher 20-MHz-Blöcke. 5G ist für ein Mehrfaches davon ausgelegt. Allerdings muss das Smartphone die Trägerbündelung bei 5G auch unterstützen. Das können derzeit nur Geräte mit den neuesten Chipsätzen von Qualcomm (z.B. Snapdragon 888), Mediatek (z.B. Dimensity 1000) oder Samsung (z.B. Exynos 2100).

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Telefónica will sein 5G-Netz im Laufe des Jahres weiter ausbauen. "Der nächste wichtige Schritt für uns wird der Start von 5G-Standalone sein", sagt Rao. Die Bündelung von Frequenzen sei ein Element auf dem Weg dorthin, betont das Unternehmen. Mit 5G Standalone, also "echtem" 5G ohne LTE-Ankerfrequenzen und mit eigenem Kernetz, soll es bei Telefónica Deutschland noch in diesem Sommer losgehen. Dann will O2 auch erstmals Gigabit-Geschwindigkeiten anbieten.

(vbr)