Carsharing: Bundeskartellamt gibt Übernahme von Share Now durch Stellantis frei​

Mercedes und BMW verkaufen ihre Carsharing-Tochter an Stellantis. Mit der Zustimmung der deutschen Wettbewerbsbehörde gibt es keine behördlichen Hürden mehr.

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(Bild: Share Now)

Von
  • Volker Briegleb

Die deutschen Wettbewerbshüter heben keine Einwände gegen die Übernahme des Carsharing-Anbieters Share Now durch die Stellantis-Gruppe. Der Übernahme sei die Freigabe erteilt worden, teilte das Bundeskartellamt am Dienstag in Bonn mit. "Angesichts fehlender Überschneidungen zwischen den Tätigkeiten von Share Now und Stellantis im Carsharing-Bereich gab das Zusammenschlussvorhaben keinen Anlass zu wettbewerblichen Bedenken", erklärte Kartellamtschef Andreas Mundt.

Share Now ist eine gemeinsame Tochtergesellschaft von Mercedes Benz und BMW, in der beide Fahrzeughersteller ihre Carsharing-Angebote Car2Go und DriveNow eingebracht hatten. Im Mai haben die Partner angekündigt, Share Now an die Opel-Mutter Stellantis zu verkaufen. Bei Stellantis soll Share Now das Angebot der konzerneigenen Mobilitätstochter free2move ergänzen, die Carsharing in Paris und Madrid anbietet.

"Nach unseren Ermittlungen ziehen Verbraucherinnen und Verbraucher je nach Fahrdistanz eine große Bandbreite verschiedener Mobilitätslösungen in Betracht, um sich in einer Stadt fortzubewegen", erklärte Mundt. "Mobilitätsdienstleister haben deshalb vermehrt begonnen, ihr Angebot auch in Dritt-Plattformen zu integrieren, über die Endkundinnen und -kunden mehrere verschiedene Mobilitätsleistungen in Anspruch nehmen können."

Während Share Now in Frankfurt, Stuttgart, Köln, Düsseldorf und München über hohe Marktanteile verfüge, biete Stellantis in Deutschland bisher keine Carsharing-Dienste an, erläutert das Bundeskartellamt. Daher komme es "nicht zu Marktanteilsadditionen". Auch im Hinblick auf eine mögliche Abschottung gegen rivalisierende Anbieter oder Mobilitätsplattformen sei die Übernahme unbedenklich.

Bei der Fusion von Car2Go und DriveNow hatte die Wettbewerbsaufsicht der EU-Kommission darauf bestanden, dass Share Now offene Schnittstellen anbietet, damit auch andere Anbieter die Fahrzeuge in ihrer App anbieten können. Auch Stellantis werde der Verpflichtung weiter nachkommen, erklärte die Wettbewerbsbehörde.

Mit der Freigabe aus Bonn steht der Übernahme jetzt nichts mehr im Weg. "Die erforderlichen behördlichen Genehmigungen liegen inzwischen vor", erklärt ein Stellantis-Sprecher gegenüber heise online. Damit sei eine Voraussetzung für den Abschluss des Geschäfts erfüllt. Wenn die Übernahme vollzogen ist, werde man die Öffentlichkeit informieren.

(vbr)