Chemie-Nobelpreis für drei Molekülforscher: Mit Klick-Chemie in neues Zeitalter

Carolyn Bertozzi, Morten Meldal und Barry Sharpless erhalten den Chemie-Nobelpreis 2022. Damit wird ihre Forschung rund um Biomoleküle gewürdigt.

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(Bild: Johan Jarnestad/The Royal Swedish Academy of Sciences)

Von
  • Malte Kirchner

Carolyn Bertozzi, Morten Meldal und Karl Barry Sharpless werden in diesem Jahr mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. Damit wird die Arbeit der drei Wissenschaftler rund um die Entwicklung von Methoden zum zielgerichteten Aufbau von Biomolekülen gewürdigt. Der Nobelpreis ist mit 920.000 Euro dotiert. Die Verleihung ist für den 10. Dezember vorgesehen.

Dank der sogenannten Klick-Chemie können molekulare Bausteine schnell und effizient zusammengefügt werden, heißt es in der Bekanntmachung der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften in Stockholm. Carolyn Bertozzi habe die Klick-Chemie "in eine neue Dimension geführt" und begonnen, sie in lebenden Organismen einzusetzen. Barry Sharpless habe zuvor den Stein im Jahr 2000 ins Rollen gespielt, als er den Begriff der Klick-Chemie prägte.

Morten Meldal und Barry Sharpless entwickelten kurze Zeit später unabhängig voneinander die kupferkatalysierte Azid-Alkin-Cycloaddition. Diese wird unter anderem bei der Entwicklung von Arzneimitteln und der Kartierung von DNA verwendet.

Die Klick-Chemie und bioorthogonale Reaktionen haben die Chemie in das Zeitalter des Funktionalismus geführt, so die Königliche Akademie. In dieser Woche wurde bereits mitgeteilt, an welche Forscher der Physik-Nobelpreis und der Medizin-Nobelpreis vergeben wird.

Für Sharpless ist es bereits der zweite Nobelpreis. Seinen ersten erhielt er im Jahr 2001 für die Erforschung stereoselektiver Oxidationsreaktionen. Er ist der insgesamt fünfte, der jemals zwei Nobelpreise erhielt. Bertozzi und Sharpless sind US-Amerikaner, Meldal ist Forscher der Universität Kopenhagen in Dänemark.

Im Jahr 2021 wurden der Deutsche Benjamin List und der in Schottland geborene US-Forscher David W.C. MacMillan für Methoden zur Beschleunigung chemischer Reaktionen ausgezeichnet.

(mki)