Chernobyl30: Beklemmende Bilder aus der Todeszone

Tausendfaches Leid in Prypjat und Tschernobyl

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Menschen dürfen zwar nicht mehr in der Zone leben, aber es gibt trotzdem einzelne Bewohner die nach der Evakuierung zurückgekehrt sind. Es handelt sich vor allem um ältere Bauern, die ihre Gehöfte nicht aufgeben wollten und nun als Selbstversorger in der Heimat ihren Lebensabend verbringen. Sie werden trotz des Verbots geduldet.

Davon abgesehen wird immer noch in der Sperrzone gearbeitet, um die Folgen des Reaktorunglücks zu begrenzen. Derzeit arbeiten rund 4000 Arbeiter am neuen Sarkophag, sie pendeln von Slawutitsch in die Zone. Slawutitsch ist eine Retortenstadt, die nach der Katastrophe in 50 Kilometern Entfernung zum Unglücksort aus dem Boden gestampft wurde. Sie ersetzt das verlassene Prypjat, auch in Slawutitsch ist das Kernkraftwerk von Tschernobyl der größte Arbeitgeber.

Die Bäuerin Maria verbringt zusammen mit ihrem Mann Ivan ihren Lebensabend in unmittelbarer Reaktornähe. Sie sind nach der damaligen Zwangsumsiedlung wieder zurückgekehrt, leben unter ärmlichsten Bedingungen und ernähren sich unter anderem von selbst angebautem Gemüse.

(Bild: Heiko Roith)

Die Angaben über die Opferzahlen der Katastrophe klaffen je nach politischer Intention extrem stark auseinander. Man findet Angaben zwischen 50 und 125.000 Opfern. Sicher ist eines: Die Katastrophe von Tschernobyl hat das Lebensglück hunderttausender Menschen zerstört, Familien zerrissen, Krankheiten, Mißbildungen und Armut gebracht. Ein ganzer Landstrich verwandelte sich über Nacht in eine NoGo Area. Bei der Evakuierung wurde den Bewohnern damals versprochen, dass sie in drei Tagen wieder in ihre Wohnungen zurückkehren würden. Tatsächlich haben die meisten Evakuierten ihre Heimat nie wieder gesehen. Tschernobyl und die benachbarte Stadt Prypjat wurden durch die Katastrophe de facto komplett ausgelöscht, zumindest was die menschliche Bevölkerung betrifft.