China: Frühere Angehörige der Volksbefreiungsarmee sollen iPhones bauen

Nach einem Covid-Ausbruch sind in einer iPhone-Fabrik in China viele Mitarbeiter weggelaufen. Jetzt werden frühere Angehörige des Militärs angesprochen.

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Tim Cook bei Foxconn in China.

Ein Bild aus besseren Zeiten, als Tim Cook eine Fabrik von Foxconn in China besuchte.

(Bild: Apple)

Auf der Suche nach neuen Fließbandarbeitern in einer großen iPhone-Fabrik des Apple-Vertragspartners Foxconn werden jetzt auch gezielt frühere Angehörige der chinesischen Volksbefreiungsarmee angesprochen. Die lokalen Behörden in Zhengzhou lassen laut einem Medienbericht nichts unversucht, damit die Produktion wieder anlaufen kann.

In einem seltenen Schritt hatte Apple selbst bekannt gegeben, dass die primäre Montageanlage für das iPhone 14 Pro und iPhone 14 Pro Max von COVID-19-Einschränkungen betroffen ist. Dadurch, so Apple, könne nur mit "deutlich reduzierter Auslastung" gearbeitet werden. Kunden wurden über die Pressemitteilung darüber informiert, dass sie im für Apple wichtigen Weihnachtsquartal und angesichts einer hohen Nachfrage mit längeren Wartezeiten rechnen müssen. Apple arbeite eng mit seinem Zulieferer zusammen, um auf ein normales Produktionsniveau zurückzukehren.

Für ein iPhone 14 Pro als Weihnachtsgeschenk könnte es tatsächlich eng werden. Im Apple Online Store werden aktuell alle Modelle – egal mit welcher Ausstattung – derzeit mit einem Liefertermin am Tag vor Heiligabend angezeigt.

Medienberichte und Videos im Netz zeichnen ein dramatischeres Bild der Lage: So sind in Bewegtbildaufnahmen chinesische Fabrikarbeiter zu sehen, die aus der größten iPhone-Fabrik fliehen. Es wird vermutet, dass sie nicht zurückkehren, obwohl Foxconn Prämien für Rückkehrer zahle und deutliche Lohnsteigerungen in Aussicht gestellt habe. Laut Berichten sollen Zehntausende Arbeiter Ende Oktober panikartig geflohen sein.

Die South China Morning Post berichtet, dass der zuständige chinesische Landkreis deshalb versucht, pensionierte Armeeangehörige für die Arbeit zu gewinnen. Das Büro für Veteranenangelegenheiten im Landkreis Changge habe in einem offenen Brief dazu aufgefordert, einem Aufruf der Regierung zu folgen und an der Wiederaufnahme der Produktion teilzunehmen. Provinzweit gebe es eine Kampagne der Behörden, neue Arbeiter zu rekrutieren. Auch andernorts werde daran gearbeitet, Teams zu bilden, die mindestens einen Monat bei Foxconn aushelfen.

Behördenvertreter fürchten laut Morning Post, dass sich ein länger andauernder Ausfall negativ auf die lokale Wirtschaft auswirken könnte. Foxconn mit Sitz in Taiwan ist mit bis zu 300.000 Mitarbeitern ein wichtiger Arbeitgeber und Steuerzahler. Hinzu kommt, dass Apple infolge der wiederholten Lieferkettenprobleme im China dabei ist, Teile der Produktion in andere Länder wie Indien zu verlagern. Hier kursiere die Sorge, dass Apple einen anhaltenden Produktionsausfall zum Anlass nehmen könnte, das Tempo weiter zu erhöhen.

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(mki)