China: Luftschiff mit 5G-Basis zur Kommunikation in Katastrophengebieten

China testet ein Luftschiff mit 5G-Basis zur Kommunikation in abgeschnittenen Katastrophengebieten. "5G Cloud One" hätte auch Flutopfern helfen können.

Lesezeit: 3 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 33 Beiträge

Das Luftschiff ALtAIR von Airbus

(Bild: Screenshot)

Von
  • Bernd Mewes

In China soll zukünftig ein Luftschiff mit einer 5G-Basisstation an Board Kommunikationsdienste für die Notfallrettung und Katastrophenhilfe bereitstellen. Ein erster Testflug des unbemannten Luftschiffs "5G Cloud One" sei im Südwesten Chinas erfolgreich abgeschlossen worden. Das Luftschiff könne "die Mängel traditioneller Kommunikationsmethoden in Notfällen effektiv ausgleichen", berichtet die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.

In betroffenen Gebieten sei das Helium-Luftschiff mit einer Signalreichweite von bis zu 100 km2 und einer Nutzlast von 200 kg in der Lage, über 15 Tage in der Luft zu bleiben und starken Winden standzuhalten. In Notfällen werde so eine langsame Datenübertragung und begrenzte Abdeckung ausgeglichen, erklärte China Mobile-Ingenieur Chen Guowei.

Den ersten Testflug absolvierte "5G Cloud One" demnach in 300 Metern Höhe in der Präfektur Chuxiong Yi in der Provinz Yunnan. Die Region ist anfällig für Naturkatastrophen. Zuletzt wurden im Mai in der Provinz Yunnan bei einem schweren Erdbeben mehrere Menschen getötet und Dutzende verletzt.

An der Entwicklung sind laut der Nachrichtenagentur der Regierung Chinas das Yunnan Innovation Institute der Beihang University (Universität für Luft- und Raumfahrt Peking), China Mobile und Huawei Technologies beteiligt.

In Deutschland brach während der jüngsten Hochwasserkatastrophe das Fest- und Mobilfunknetz in den betroffenen Regionen zusammen. Auch Tage später waren noch Teilnehmer von Telekommunikationsdiensten ausgeschlossen. Mit Reichweitenerhöhung und mobilen Einheiten versuchten die Anbieter die Funklöcher zu stopfen. Ein oder mehrere Luftschiffe mit einer 5G-Basisstation an Board hätten auch in Deutschland eine schnelle Verbindung zu Angehörigen und Freunden herstellen können.

Ein ähnliches Luftschiff wie das nun in China gezeigte existiert bereits und kam auch bei der Flutkatastrophe zum Einsatz – ALtAIR von Airbus. Das batteriebetriebene Luftschiff ALtAIR lieferte laut Airbus "mit seinen präzisen optischen Sensoren exakte Daten und Fotos aus Gebieten, die kaum zugänglich waren". Die nordrhein-westfälische Straßenbaubehörde nahm demnach die Dienste von Airbus in Anspruch, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Bereits 2019 stellte Airbus auf der IAA das Luftschiff "ALtAIR" zusammen mit Vodafone vor. "ALtAIR" stellt, anders als "5G Cloud One", keine 5G-Basisstation zur Verfügung, sondern kann über das 5G-Netz auch aus weiter Ferne in Echtzeit gesteuert werden. Als Anwendungsgebiete für das zwölf Meter große autonome Luftschiff sahen die Entwickler 2019 etwa die Erstellung von 3D-Modellen und Karten für Navigationssysteme autonomer Fahrzeuge vor.

Vodafone und Airbus starten 5G-Kooperation – IAA 2019 | Vodafone

(bme)