China will 42 Milliarden Euro in DRAM-Startup investieren

SwayTech errichtet in Shenzhen eine Speicherfabrik für 300-Millimeter-Wafer. Dafür wirbt der DRAM-Hersteller japanische und taiwanische Führungskräfte an.

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(Bild: Macro photo/Shutterstock.com)

Von
  • Christian Hirsch

China will die eigene Speicherchipfertigung massiv ausbauen. Dazu wurde im März das Startup SwaySure (Shenzhen Sheng Weixu Technology Company) gegründet. Das Grundkapital von 5 Milliarden Yuan (rund 700 Millionen Euro) stammt zu 100 Prozent von der staatlichen Shenzhen Major Industry Investment Group. Nach taiwanischen Medienberichten sollen in den nächsten Jahren rund 300 Milliarden Yuan (42 Milliarden Euro) in den Aufbau einer DRAM-Produktion fließen. Geplant ist eine Fertigung von 140.000 300-Millimeter-Wafern pro Monat im 28-Nanometer-Prozess. Derzeit laufen die Bauarbeiten, die Testproduktion soll bereits im ersten Quartal 2024 starten.

Um diese ambitionierten Ziele zu erreichen, hat SwaySure den 75-jährigen japanischen Manager Sakamoto Yukio als Chief Strategy Officer angeworben, der in der Vergangenheit unter anderem als Vorstandsvorsitzender des Speicherherstellers Elpida tätig war, der seit der Insolvenz 2012 Teil von Micron ist. Den Posten des Geschäftsführers (CEO) von SwaySure übernimmt Liu Xiaoqiang, der bis vor drei Jahren mehrere Fabriken des taiwanischen Auftragsfertigers TSMC leitete.

Derzeit teilen sich die drei großen Hersteller Micron aus den USA sowie Samsung und SK Hynix aus Südkorea rund 95 Prozent des Speichermarkts unter sich auf. Trotz der gigantischen Investitionen müsste SwaySure einen enormen technologischen Rückstand aufholen. Samsung fertigt DRAM bereits in 14-Nanometer-Strukturen mit EUV-Belichtung und will in diesem Jahr die Entwicklung der 11-Nanometer-Technik abschließen. Das entspricht einem Vorsprung von etwa 5 Jahren zum derzeit größten chinesischen Speicherhersteller ChangXin Memory Technologies (CXMT), der 18-Nanometer-Speicherchips fertigt.

China investiert seit einigen Jahren dreistellige Euro-Milliardenbeträge in die Chipfertigung, um vom Ausland unabhängiger zu werden. 2019 hatte ein US-Embargo dazu geführt, dass eine DRAM-Fabrik der Jinhua Integrated Circuit Company (JICC) lahmgelegt wurde.

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(chh)