Chinas Küstenwache soll philippinischer Marine Raketenteil entwendet haben

In einem umstrittenen Seegebiet hat die Marine der Philippinen am Wochenende einen Überrest einer chinesischen Rakete entdeckt. Das wurde ihr dann abgenommen.

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(Bild: Tatohra/Shutterstock.com)

Die chinesische Küstenwache hat gewaltsam Raketenteile an sich gebracht, die von der Marine der Philippinen geborgen worden waren. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf einen philippinischen Vizeadmiral. Demnach hatten die philippinischen Seeleute das Trümmerteil am Sonntag vor der Insel Thitu (oder Pag-asa) im Südchinesischen Meer entdeckt und damit begonnen, es abzuschleppen. Dann habe sich ein Schiff der chinesischen Küstenwache genähert und mehrfach den Weg blockiert. Schließlich hätten die chinesischen Seeleute das Abschleppseil gekappt und das Trümmerstück mit Gewalt an sich gebracht. China widerspricht der Schilderung. Von dort heißt es demnach, das Raketenteil sei nach einer "freundschaftlichen Beratung" übergeben worden.

In philippinischen Gewässern waren schon mehrfach Trümmer chinesischer Raketen gefunden worden. Im Sommer war die Hauptstufe einer Rakete des Typs Langer Marsch 5B nach einem unkontrollierten Absturz in die sogenannte Sulusee, wenige Dutzend Kilometer südlich der philippinischen Insel Palawan gestürzt. Daran gab es internationale Kritik, der AP zufolge drängt die Weltraumagentur der Philippinen darauf, dass das Land UN-Verträge ratifiziert, die eine Grundlage für finanzielle Entschädigungen im Falle von Beschädigungen durch solche Objekte vorsehen. Von welcher Rakete das jetzt gefundene Trümmerstück stammt, ist unbekannt. China hat die Kritik an den unkontrollierten Abstürzen mehrfach zurückgewiesen.

Der Vorfall mit dem konfiszierten Raketenteil hat sich jetzt in einer Region des Südchinesischen Meers abgespielt, die zwischen mehreren Staaten umstritten ist. China hat dort auf mehreren Inseln militärische Anlagen errichtet, um die eigenen Ansprüche zu untermauern. Laut AP protestieren die Philippinen seit Längerem gegen das chinesische Vorgehen und die immer aggressiveren Maßnahmen des großen Nachbarn. Dabei werde das Land unter anderem von den USA unterstützt. In Konfliktfällen würde aber maximale Toleranz gewahrt, habe eine Sprecherin der philippinischen Streitkräfte versichert: "Da es um ein unidentifiziertes Objekt ging und gleichzeitig nicht um Leben oder Tod, hat sich unser Team zum Rückzug entschieden."

(mho)