Chinas Rover Zhurong: Erste Fotos von der Mars-Oberfläche

Mehr als vier Tage nach der Landung hat der chinesische Mars-Rover Zhurong Fotos seiner Umgebung zur Erde geschickt. Bald soll er losfahren.

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Zhurongs erste Fotos vom Mars

(Bild: CNSA)

Von
  • Martin Holland

Chinas Weltraumagentur hat die ersten Fotos veröffentlicht, die der am Wochenende auf dem Mars gelandete Rover Zhurong gemacht hat. Eines in Schwarz-Weiß zeigt die flache Landschaft der Tiefebene Utopia Planitia, wie wir sie so ähnlich bereits von zahllosen Fotos der NASA-Gefährte kennen. Ein weiteres in Farbe zeigt Teile des Rovers selbst, darunter die Antenne, über die er mit der Erde kommuniziert. Zu sehen ist auch die Rampe, über die Zhurong bald den Boden erreichen soll. Veröffentlicht wurden außerdem zwei kurze Videoclips, die einen Teil des Landemanövers zeigen – die Trennung vom Orbiter Tianwen-1. Die Übertragung der Bilder zur Erde hatte vorher vergleichsweise lange gedauert.

Der 240 Kilogramm schwere Zhurong (祝融) war in der Nacht zum Samstag als erster chinesischer Rover auf dem Mars gelandet. Vorher hatte es nur die US-Weltraumagentur NASA geschafft, Erkundungsfahrzeuge auf dem Mars zum Einsatz zu bringen. Der Sowjetunion war in den 70er-Jahren zwar eine Landung gelungen, der Kontakt zu der Sonde war aber sofort danach verlorengegangen. Außerdem hat China mit der geglückten Landung gleich mehrere Zwischenschritte übersprungen, mit denen sich etwa die NASA an die Erfolge auf dem Mars herangetastet hatte: So ist die Sonde Tianwen-1 gleichzeitig auch Chinas erster Orbiter um den Roten Planeten.

Die Trennung von Tianwen-1 (Quelle: CNSA)

Vor der Veröffentlichung der ersten Bilder und Videoclips hatten chinesischen Staatsmedien bereits berichtet, dass Zhurong Daten zur Erde sendet, Tianwen-1 dient dabei als Relais. Inzwischen hat der die dafür günstigste Position erreicht. "Alle Systeme arbeiten normal", hieß es demnach, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Seit der Landung ist Zhurong demnach damit beschäftigt, "wie geplant" zunächste seine Umgebung zu erfassen. Bald soll er sich dann auf den Weg machen und für mindestens drei Monate auch Untersuchungen vornehmen. Aus technischer Sicht könnte er aber auch viel länger durchhalten. (mho)