Chinas Rover Zhurong landet auf dem Mars

Samstag, kurz nach 1 Uhr Früh, ist Chinas Marsrover auf dem Planeten gelandet. Das ist zuvor nur den USA und der Sowjetunion gelungen.

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Darstellung Zhurongs mit aufgeklappten Solarzellen auf dem Marsboden

Im Unterschied zum atomkraftgetriebenen Marsfahrzeug Perseverance der NASA, muss Zhurong (künstlerische Darstellung im Bild) auf gutes Sonnenlicht hoffen, um mit seinen Solarzellen seine Akkus aufladen zu können.

(Bild: China National Space Administration)

Von
  • Daniel AJ Sokolov

Chinas erster Versuch, einen Rover auf dem Mars zu landen, ist laut chinesischen Staatsmedien geglückt. Der 240 Kilogramm schwere Rover Zhurong ist demnach Samstag kurz nach 1 Uhr Früh MESZ im Süden des Mars-Gebietes Utopia Planitia gelandet. Für die Volksrepublik ist dieser Erfolg ein Meilenstein und ein Ruhmesblatt: Während die NASA Jahrzehnte gebraucht hat, um es aus dem Marsorbit auf den Marsboden zu schaffen, ist das dem chinesischen Weltraumprogramm schon beim ersten Marsbesuch gelungen.

Der sechsrädrige Zhurong ist zuerst von einem Fallschirm abgebremst worden, bevor Bremsraketen den letzten Schwung abgefangen haben. Aufgrund der langen Signallaufzeit zwischen Mars und Erde musste das automatisch erfolgen.

Die im Juli 2020 gestartete Mission Tianwen-1 umfasst nun die erste Sonde, das erste Landevehikel und den ersten Rover Chinas am Mars. Tianwen-1 hatte bereits im Februar den Mars erreicht. Von den notorisch geheimniskrämerischen Verantwortlichen des chinesischen Raumfahrtprogramms war nach dem Einschwenken in einen Park-Orbit nicht viel zu hören, von der Taufe des Mars-Rovers auf den Namen eines alten Feuergottes abgesehen. Die Landung wurde erst Stunden zuvor für "die nächsten Tage" angekündigt.

Chinas Bodenfahrzeug von der Größe eines Golfplatzfahrzeugs soll in einigen Tagen losfahren und dann die Oberfläche etwa drei Monate lang erforschen. Dabei gilt es, Hinweisen auf (gefrorenes) Wasser unter und auf der Oberfläche nachzugehen. Auch das Magnetfeld des Planeten soll vermessen werden. Während NASAs Perseverance atomkraftgetrieben ist, muss Zhurong auf gutes Sonnenlicht hoffen, um mit seinen Solarzellen seine Akkus aufladen zu können.

Eine Wetterstation soll Messungen des Oberflächenklimas machen. Der Satellit wird unterdessen atmosphärische Messungen vornehmen und den Mars kartografieren. Insgesamt kreisen derzeit neun Satelliten um den Mars: Vier US-amerikanische, zwei europäische und je ein indischer, arabischer und chinesischer.

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Von 19 Landeversuchen auf dem Mars sind nur elf geglückt – allein neun durch die NASA und nun einer durch Chinas Raumfahrtorganisation. Der Sowjetunion ist 1971 ebenfalls eine Landung geglückt. Allerdings ist der Funkkontakt damals 110 Sekunden nach dem Aufsetzen abgebrochen. Die Ursache konnte nie geklärt werden. Landefahrzeuge der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA haben es 2003 und 2011 nicht geschafft. China plant nun sogar, gegen Ende dieses Jahrzehnts Marsproben zu sammeln und zur Erde zurückzubringen. Eine chinesische Raumstation im Erdorbit ist bereits in Bau.

(ds)