Chip-Sanktionen gegen China: Japan und Niederlande schließen sich wohl USA an

Japan und die Niederlande stehen wohl unmittelbar davor, US-Sanktionen gegen Chinas Chipindustrie mitzutragen. Eine Einigung soll nicht öffentlich werden.

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(Bild: PastryShop/Shutterstock.com)

Japan und die Niederlande könnten sich bereits am heutigen Freitag mit den Vereinigten Staaten auf eine Teilnahme an den Exporteinschränkungen gegen chinesische Chipfertiger einigen. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf ungenannte Quellen, die mit den Verhandlungen vertraut sind. Es aber gebe keine Pläne, eine Einigung öffentlich bekannt zu machen. Die Sanktionen würden wahrscheinlich "einfach umgesetzt", heißt es weiter. Zusammen würden die drei Staaten eine mächtige Allianz bilden, die Chinas Ambitionen im Bereich der Chipfertigung empfindlich stören könnten. Es geht primär um die Branchenriesen ASML und Tokyo Electron (TEL), aber auch Nikon.

Bereits im Dezember hat es Berichte gegeben, denen zufolge es den USA gelungen ist, die beiden Zulieferer-Länder bei Chip-Sanktionen mit ins Boot zu holen. Erst jetzt kommen die Verhandlungen aber wohl zu einem Abschluss. Dabei geht es um Fertigungsausrüstung, mit der sich Halbleiterbauelemente mit Strukturen von 14 Nanometern oder feiner herstellen lassen. Die Sanktionen sollen verhindern, dass China selbst die modernsten Halbleiter etwa für Militärtechnik herstellen kann. Für ASML gelten bereits Einschränkungen beim Verkauf von Lithografie-Systemen zur Belichtung von Silizium-Wafern, die dürften jetzt ausgeweitet werden. TEL stellt Systeme für Halbleiterwerke abseits der reinen Belichtungsprozesse her, etwa Ätzmaschinen und Testsysteme.

In der Auseinandersetzung zwischen den USA und China sei der Schritt eine weitere Eskalation, zitiert Bloomberg eine Expertin. Vorher hätten US-Konzerne kritisiert, dass die Sanktionen der Konkurrenz im Ausland einen Vorteil verschaffen würde. Immerhin geht es um einen der wichtigsten Märkte für die High-Tech-Systeme überhaupt. An den Aktienmärkten wurde demnach bereits reagiert, so lag der Kurs der chinesischen Semiconductor Manufacturing International Corp. (SMIC) zwischenzeitlich im Minus, auch für ASML, TEL und Nikon ging es leicht nach unten.

(mho)