Chipauftragsfertiger TSMC: Rekordquartal nach 5-nm-Start

TSMC erzielte von Juli bis September 2020 den höchsten Umsatz in der Firmengeschichte. 5-nm-Technik hatte 8 Prozent Anteil – Apple nutzt sie fürs iPhone 12.

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(Bild: Taiwan Semiconductor Manufacturing Co., Ltd.)

Von
  • Mark Mantel

Die wachsende Halbleiterindustrie kurbelt das Geschäft des Chipauftragsfertigers TSMC an. Im dritten Quartal 2020 setzte dieser umgerechnet 12,14 Milliarden US-Dollar um, 4,78 Milliarden US-Dollar blieben als Gewinn übrig (10,58 Milliarden / 4,08 Milliarden Euro). Das ist ein Rekord – bisher war Q4/2019 das stärkste Quartal mit einem Umsatz von rund 11,5 Milliarden US-Dollar. Verglichen mit dem Vorjahr (Q3/2019) stiegen Umsatz und Gewinn um 29,2 beziehungsweise 35,9 Prozent – beides über den Erwartungen.

TSMC ist damit der größte Chipauftragsfertiger der Welt. Samsung Semiconductor, der zweitgrößte, kommt auf wenige Milliarden US-Dollar pro Quartal, wenn man die eigene Speicherproduktion abzieht: Die Halbleitersparte setzte im zuletzt offengelegten Q2/2020 knapp 16 Milliarden US-Dollar um, davon fast 80 Prozent mit Speicher, also keine Auftragsarbeit.

TSMCs größten Umsatzanteil von 35 Prozent haben 7-Nanometer-Prozesse, die unter anderem AMD (Ryzen 3000, Epyc 7002, Radeon RX 5000) und Nvidia (ausschließlich GPU-Beschleuniger A100) einsetzen. AMDs Ryzen-5000-Serie und Radeon-Baureihe RX 6000 ("Big Navi") dürften inzwischen ebenfalls angelaufen sein. Die neue Fertigungsgeneration mit 5-nm-Technik lief im dritten Quartal 2020 an und sorgte bereits für einen Umsatzanteil von 8 Prozent. Größter Abnehmer ist derzeit Apple mit dem Mobilprozessor A14 Bionic, der in allen iPhone-12-Modellen und in der 2020er-Version des iPad Air sitzt. Ältere Fertigungsprozesse erzeugten das übliche Umsatzgrundrauschen: 16 nm brachten 18 Prozent Anteil und 28 nm 12 Prozent. Selbst die 150/180-nm-Generation war noch mit 7 Prozent vertreten.

TSMCs Umsatz nach Fertigungsgeneration aufgeschlüsselt. Ganz vorne: die eigenen 7-nm-Prozesse.

(Bild: TSMC)

Nach Chipart aufgeschlüsselt sorgten Smartphones für den größten Umsatzanteil von 46 Prozent. "High Performance Computing"-Chips – darunter Server-Prozessoren, aber auch Desktop- und Notebook-Hardware – lagen bei 37 Prozent.

TSMC ließ weiterhin gut 8 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung fließen. Aufgrund der Umsatzsteigerung ergab das 24 Prozent mehr Budget, gut eine Milliarde US-Dollar – darin nicht enthalten: Geldtöpfe zum (Aus-)Bau von Fertigungsstätten.

Im jetzt laufenden vierten Quartal 2020 erwartet TSMC einen Umsatz von 12,4 Milliarden bis 12,7 Milliarden US-Dollar. Die Börse reagierte mit einem leichten Minus auf die Geschäftszahlen.

(mma)